Tanja mit Kelly und Whisky

Liebe Hundefreunde,

heute geht es weiter mit der Fortsetzung meiner Serie zum Thema “ Welcher Hund passt zu mir? „. Et voilá, hier ist Teil 4:

Die Denker

 

Die Stärken des Denkers:

  • erfasst sehr gut logische Zusammenhänge
  • überdenkt alles ganz genau
  • geht Probleme systematisch an
  • kann den Kern eines Problems meist recht klar erkennen

 

Die Schwächen des Denkers:

  • er ist häufig zerstreut und verliert sich in den eigenen Gedanken
  • wird dadurch auf der Suche nach der besten Antwort handlungsunfähig
  • er übersieht emotionale Blickwinkel bzw. anerkennt diese nicht
  • er wird aufgrund seines Pragmatismus oft als kaltherzig empfunden

 

Die Gruppe der Denker kann in 3 Kategorien eingeteilt werden:

  • Perfektionisten
  • Experten
  • Beobachter

 

Der Perfektionist

Perfektionisten sind sich selbst die schlimmsten Richter, denn dadurch, dass sie so enorm hohe Ansprüche an sich selber haben, stehen sie ständig unter Druck und meinen, immer alles noch besser machen zu müssen.

So eine Lebenseinstellung ist auf Dauer freilich sehr anstrengend. Und so sorgt ein freundlicher Hund, der einen beim Heimkommen mit seiner klopfenden Rute und den strahlenden Augen begrüßt, bei einem Perfektionisten für ein Gefühl von echter Befreiung.

Er kann einfach nur Mensch sein, denn dem Hund ist es egal, ob er perfekt ist oder nicht, er nimmt ihn so wie er ist.  Der Hund urteilt nicht über ihn, auch wenn er mal etwas nicht perfekt macht.

Ohne Perfektionisten könnten viele Vereine wahrscheinlich nicht  lange existieren und viele Veranstaltungen würden im Chaos enden- sofern sie überhaupt stattfinden würden. Egal, ob es darum geht, die Vereinskasse verlässlich im Griff zu haben, genug Kuchen für das Sommerfest im Kindergarten zu backen oder die komplette Organisation des Vereinsjubiläums zu koordinieren- Perfektionisten stehen auch in diesen Bereich verlässlich ihren Mann.

Ein Perfektionist ist immer da, wenn er gebraucht wird, gibt gerne Ratschläge und ist ein loyaler Freund, auf den man sich verlassen kann.

Im Haushalt des Perfektionisten kennt jeder seine Position und es gibt klare Regeln- genau das, was auch ein Hund braucht.

Kommt ein Welpe ins Haus, hat er sich gründlich darauf vorbereitet. Er hat die besten Welpenbücher gelesen, die passende Hundeschule wurde ausgesucht, der Hundekorb steht bereits auf seinem Platz, damit es dem Welpen an nichts fehlt.

Der Hund wird gepflegt, das Fell ist gebürstet und er besucht regelmäßig zur Hundeschule. Selbstverständlich ist der Hund des Perfektionisten wohlerzogen und beherrscht schon früh den Grundgehorsam.

Das kleine bisschen Chaos, das ein Hund eigentlich immer im Haushalt verursacht, sorgt für einen wohltuenden Ausgleich zur angestrebten Perfektion.

Im Gegenzug ist ein Hund für einen Perfektionisten derjenige Verbündete, der kein Interesse an Perfektion zeigt und seinen Menschen so nimmt, wie er ist- solange dessen Autorität nicht in Frage gestellt wird.

Massiven Streß allerdings verkraften Perfektionisten ganz schlecht- dann kann es schon einmal sein, dass sie ungerecht werden oder „aus der Haut fahren“.

 

 

Welcher Hund passt zum Perfektionisten?

Zu einem Perfektionisten passen am besten Hunde, die gut zu motivieren sind und schnell denken können. Je nachdem, wie viel Arbeit sie investieren möchten, kommen für Perfektionisten Hunde wie der schnell lernende Magyar Vizsla, der temperamentvolle Irish Red Setter oder der gelehrige Pudel in Frage.

Der intelligente Pudel ist der ideale Partner für Perfektionisten

Der intelligente Pudel ist der ideale Partner für Perfektionisten

Quelle: Hundezentrum Ulm

 

Welcher Hund passt nicht?

Unabhängige, selbständige Hunde, die zudem noch leicht abzulenken sind, sind keine gute Wahl. Solche Hunde lassen sich nämlich nicht so schnell und einfach erziehen, wie es der Perfektionist gerne hätte. Dazu gehören z.B. der mitunter eigenwillige Curly Coated Retriever, der selbständige Chesapeake Bay Retriever oder der ursprüngliche Kangal.

Genauso verhält es sich mit sabbernden Hunden, die ihren Speichel durch kräftiges Kopfschütteln überall in ihrer Umgebung verteilen. Dazu zählen meist große Hunde mit Hängelefzen, wie die freundliche Deutsche Dogge, der gemütliche Bernhardiner oder der temperamentvolle Deutsche Boxer.

 

Der Experte:

Der Experte hat wahrscheinlich eine ganze Bibliothek an Hundebüchern zu Hause. Egal, ob es um Hunderassen geht, um das richtige Futter, die richtige Hundeschule oder den besten Trainer: Der Experte recherchiert das zunächst mal alles.

Genauso informiert er sich über die unterschiedlichsten Trainingsmethoden, die richtige Hundehaltung und generell alles, was derzeit zum Thema Hund angesagt ist.

Und wenn es darum geht, zu entscheiden, welcher Hund zu ihm paßt, wird der Experte diese Entscheidung weniger aus dem Bauch heraus, als vielmehr auf Basis gründlicher Recherche treffen.

Um im Anschluß noch mehr über „seine“ Rasse in Erfahrung zu bringen.

Dies führt dann dazu, daß Experten „ihre“ Hunderassen zwar sehr gut aus Büchern kennen, aber keine praktische Erfahrung mit so einem Hund haben.

Deshalb haben gerade Experten überdurchschnittlich oft sehr anstrengende oder schwierige Hunde.

Dennoch haben sie eine sehr innige Beziehung zu ihrem Hund. Der Experte kennt seinen Hund genau, er hat sich schließlich mit dessen Persönlichkeit und den Gefühlen des Hundes auseinander gesetzt.

Er merkt sofort, wenn etwas mit seinem Hund nicht stimmt.

Wenn der Hund krank ist, geht er zu mehreren Tierärzten, um unterschiedliche Meinungen zu hören. Er zieht Naturheilkundige und Heiler hinzu, es kann ja nicht schaden, noch zwei oder drei andere Meinungen zu hören.

Experten sind „ihrer“ Hunderasse sehr verbunden. Da werden Vereine oder Clubs gegründet, im Internet wird ein Rassehund- Forum betrieben, Stammbäume werden bis in die tiefsten Tiefen zurückerforscht, ja sogar bis dato unbekannte Erbkrankheiten werden von Experten entdeckt.

Experten haben ein riesiges Fachwissen, da sie sich mit dem Thema Hund ausgiebig beschäftigt haben und sich ständig neue Informationen beschaffen und diese auch vergleichen.

In der übersteigerten Form mutieren Experten zu Besserwissern, die ihr gesamtes angesammeltes Wissen über ihrer Umgebung ausschütten. Schließlich haben sie die Aufgabe, die ganze Welt zu missionieren.

Ihre Umgebung ist dabei allerdings meist anderer Meinung.

Die meisten Experten sind jedoch bemüht, ihr Wissen ständig zu erweitern um damit anderen zu helfen. Echte Experten sind unerschöpfliche Wissensquellen, die ihr Wissen gerne weitergeben.

 

Welcher Hund passt zum Experten?

Hunderassen, die häufig anzutreffen sind,  wie der Labrador Retriever, der Golden Retriever oder der Berner Sennenhund interessieren den Experten eher weniger.

Seltene Hunderassen, die wenig verbreitet und etwas „speziell“ sind, sind jedoch die richtige Kragenweite für den Experten.

Dazu gehören zum Beispiel der hartgesottene Australian Stumpy Tail Cattle Dog, der freundliche Beagle- Harrier, oder der selbstbewusste Weimaraner, der allerdings nur in die Hände von erfahrenen Hundehaltern gehört, die diese stolze Rasse auch entsprechend ausbilden und beschäftigen können.

Der stolze Weimaraner ist der passende Begleiter des Experten- Hundeerfahrung vorausgesetzt.

Quelle: Rufus46, CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.en)

Welcher Hund passt nicht?

Sehr unabhängige und eigensinnige Hunde, wie den dominanten American Akita, den selbständigen Basenji oder einen störrischen Pekinesen sollte sich der Experte lieber nicht zulegen.

Denn diese Hunde lassen den Experten aufgrund ihres Wesens schnell wie einen blutigen Anfänger dastehen.

 

Der Beobachter:

Beobachter lieben es, ihren Hund zu beobachten. Sie können ihrem Hund stundenlang beim Spielen, beim Toben und sogar beim Schlafen zusehen und sich darüber freuen.

Sie tun das aber nicht, weil sie so angetan sind von ihrem-vielleicht sogar- ersten Hund. Beobachter sind intellektuell veranlagte Menschen, die sich in einem permanenten Lernmodus befinden.

Und so wird auch das Verhalten des Hundes beobachtet und analysiert.

Dem Beobachter entgeht dabei kein noch so kleines Detail, jede scheinbar bedeutungslose Geste seines Hundes wird registriert und analysiert.

Er lernt dadurch so viel über das Hundewesen, daß er meist ein hervorragender Hundebesitzer und auch Hundetrainer ist. Er lernt durch bloßes Hinsehen, das Verhalten seines Hundes sofort richtig zu deuten. Keine noch so kleine Veränderung in der Körpersprache bleibt ihm verborgen.

So entwickeln sich seine Hunde oft zu hervorragenden Problemlösern, die einfach nur Hund sein dürfen.

Das kann allerdings dazu führen, das Beobachter ihren Hund zu wenig fördern und beschäftigen, so, daß sie es nicht schaffen, eine emotionale Beziehung zu ihrem Hund aufzubauen. Manchmal kann es auch passieren, daß Beobachter ihren Hund zu sehr Hund sein lassen und zu spät eingreifen.

Häufig kommt dann von Beobachtern bei kritischen Hundebegegnungen der Spruch: „ Die klären das schon untereinander.“

Was allerdings nicht immer zutrifft…

 

Wenn Beobachter aber eine Übung mit ihrem Hund einstudieren, haben sie sehr schnelle Erfolge. Eben, weil sie ihren Vierbeiner sehr genau kennen.

 

Welcher Hund passt zum Beobachter?

Beobachter lieben intelligente und etwas komplizierte Hunderassen, wie den aufmerksamen Shiba, den würdevollen Saluki, der jedoch nur in erfahrene Hundehalterhände gehört, oder auch den willensstarken, lösungsorientierten Schnauzer.

Diese Hunde sind ideale Begleiter für einen Beobachter.

Der aus Japan stammende Shiba begeistert den Beobachter

Quelle: Yozakura, gemeinfreieNutzung

 

Welcher Hund passt nicht?

Alle Hunderassen, die klare Ansagen brauchen und einen entschlossenen Rudelführer erwarten, wie zum Beispiel der zu Dominanz neigende Rottweiler oder  Rassen, bei denen ein gewisser Aufwand für die Pflege betrieben werden muß, wie beim Curly Coated Retriever sowie alle Afghanen sind für den zuguckenden Beobachter nicht geeignet.

Eure Tanja

Quellenangaben:Wikipedia ; Katharina von der Leyen: Partnerhunde: So finden Sie den Hund, der zu Ihnen passt


Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, würde ich mich sehr über 5 Sterne von Ihnen freuen:

Welcher Hund passt zu mir?- Teil 4

1 Star2 Stars3 Stars4 Stars5 Stars (5 votes, average: 4,20 out of 5)
Loading... Facebook Like
Print Friendly
  • Jutta Schmid 23. Mai 2012, 21:36

    Sehr informativ und aufschlußreich! Ich denke, manch einer wird sich durch diesen Artikel in seiner Wahl zu seinem Hund bestätigt sehen! Anderen wird allerdings wohl ein Licht aufgehen:-)!

    Reply
  • Marc 4. Februar 2013, 19:30

    Sehr schöner Artikel!
    Wir haben eine Weimaraner-Hündin, die wirklich viel beschäftigt werden will. Es ist zwar sehr zeitintensiv, macht aber auch jede Menge Spaß. Aber das wussten wir ja vorher. Diese Rasse ist nicht für jeden geeignet, aber für uns genau richtig. Einmal Weimi immer Weimi

    Reply

Leave a Comment

*

{ 2 comments }