Tanja mit Kelly und Whisky

Fortsetzung von „Welcher Hund passt zu mir?- Teil2“

Liebe Hundefreunde,

bevor wir uns überlegen, welche Hunderasse denn nun gut zu uns passt, geht es um den eigenen Charakter und darum, diesen richtig einzuschätzen.

Was bin ich für ein Mensch? Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen? Und was hat das mit der Auswahl des zu mir passenden Hundes  zu tun?

Sehr viel! Denn ein Mensch der zum Beispiel ängstlich, unsicher oder emotional ist, sollte sich keinen Hund auswählen, der über ein ausgeprägtes Selbstbewusstsein verfügt.

Bei so einer Konstellation wird der Hund versuchen, das Ungleichgewicht im Rudel auszugleichen und wird die Rolle des Rudelführers übernehmen, da sein Ziel immer die Harmonie im eigenen Rudel ist.

Das kann zu Konflikten führen, zum Beispiel verteidigt der Hund seinen Menschen, weil es seine natürliche Aufgabe als Rudelführer ist.

Ein anderes Beispiel: Ein Mensch, der sich nicht gerne bewegt, sollte sich keinen Hund zulegen, der agil ist und viel Bewegung benötigt.

In diesem Fall ist der Hund irgendwann unterfordert und sucht sich ein anderes Ventil. Da werden plötzlich Jogger und Radfahrer gejagt, die Wohnungseinrichtung zerlegt und viele andere unangenehmen Dinge mehr.

Wie Sie sehen, ist es gar nicht so einfach, die anscheinend lapidare Frage Welcher Hund passt zu mir? zu beantworten.

Es ist wirklich wichtig, sich intensiv mit dieser Frage auseinanderzusetzen.

Denn die richtige Antwort darauf ist entscheidend, damit Sie und ihr zukünftiger Hund ein harmonisches und glückliches Leben als kleines Rudel führen können!

 

Die unterschiedlichen Hundehaltertypen

Grundsätzlich können wir die Persönlichkeit eines zukünftigen Hundehalters in drei grobe Raster eingruppieren:

Da gibt es zunächst die typischen Macher, die anpacken, anstatt lange herumzureden. Ein typischer Macher ist stark aktionsabhängig.

Dann gibt es die Denker, das sind diejenigen, die alles aus dem Kopf heraus entscheiden, also kopfgesteuerte Hundehalter.

Und dann gibt es noch das genaue Gegenteil vom Denker, die Hundehalter, die sehr gefühlsbetont sind. Weil sie immer lieb und nett sein wollen, nenne ich diesen Hundehalter- Typ der Einfachheit halber „Engel“.

Natürlich ist das nur eine sehr grobe Einordnung, innerhalb dieser Gruppen gibt es wiederum unterschiedliche Typen, wenn auch die Stärken und Schwächen grundsätzlich dieselben sind.

Betrachten wir nun die einzelnen Typen genauer und analysieren, welcher Hund zu welchem Typ am besten paßt:

                                       

Die Macher


Die Stärken des Machers:

  • er packt die Dinge an, die erledigt werden müssen
  • er besitzt eine schnelle Auffassungsgabe
  • er besitzt angeborene Führungsqualitäten
  • in Krisenzeiten ist er der Fels in der Brandung
  • mit ihm wird es selten langweilig
  • man kann sich auf ihn verlassen

 

Die Schwächen des Machers:

  • nimmt sich keine Zeit für emotionale Bindungen oder übersieht sie
  • wirkt oft distanziert oder überheblich
  • packt oft Probleme an, bevor er eine Lösung wirklich erkannt hat
  • er benimmt sich manchmal wie der sprichwörtliche Elefant im Porzellanladen, weil er Gefühle oder Reaktionen anderer nicht nachvollziehen kann

 

Die Gruppe der Macher kann in drei Kategorien eingeteilt werden:

  • Multitasker
  • Teamleiter
  • Kumpel

  

Der Multitasker

Wie der Titel schon sagt, ist der Multitasker ein Mensch, der viele Dinge gleichzeitig erledigt. Der ganze Tag ist organisiert und bis ins kleinste Detail durchgeplant. Während die einen noch im Bett liegen, hat der typische Multitasker schon seine halbe „To-do“- Liste für den Tag abgearbeitet.

Das geht ja auch gar nicht anders, wenn man sich so einen Tagesablauf mal genauer betrachtet.

Aufstehen, mit dem Hund das erste Mal Gassi gehen, das Frühstück zubereiten und gleichzeitig die Kinder zur Schule fertigmachen, auf dem Weg zur Arbeit die Kinder absetzen, in der Mittagspause schnell nach Hause und mit dem Hund vor die Tür gehen, Mittagessen kochen und gleichzeitig Telefonate führen, die Kinder von der Schule abholen, Geschäftspost erledigen, Behördengänge machen, beim Spaziergang mit dem Hund noch kurz nebenher einkaufen, die Kinder in den Musikunterricht, zum Fußballtraining oder sonst wohin fahren und danach noch kurz das eigene Workout im Fitnessstudio durchziehen.

Für Außenstehende ist es ein Rätsel, woher sie all die Energie nehmen und das scheinbare Chaos in ihrem Leben meistern. Trotzdem kann man sich auf sie verlassen, wenn ein Multitasker Verantwortung für etwas übernommen hat, steht er auch dazu.

Er gönnt sich keine Pausen und nimmt sich nur wenig Zeit für sich um sich mal um seine eigenen Bedürfnisse zu kümmern oder gar auszuruhen. Er ist ständig unter Strom und kann aufgrund seines straffen Tagesplans gar nicht anders, als mehrere Dinge auf einmal zu erledigen.

Die Beziehungen zum Partner, zur Familie und zu Freunden und Bekannten leiden da zuweilen schon einmal darunter.

Aus Zeitmangel versuchen viele Multitasker ihre Liebe durch Taten zu zeigen.

Der Hund eines Multitaskers ist demzufolge gut genährt und gepflegt, ordentlich erzogen, Tierarzttermine werden eingehalten und selbst die Hundespaziergänge werden erledigt- sofern sie auf der „To-do“- Liste stehen!

Für Multitasker kann der Hund der ruhende Pol sein, der ihn in seinem übervollen Tagesablauf durch sein Wesen wieder auf den Boden der Tatsachen zurückholt.

Multitasker tun sich sehr schwer damit, zu improvisieren oder verschiedene Methoden miteinander zu kombinieren, aber sie tun ihr Bestes, damit trotzdem alles irgendwie funktioniert.

 

Welcher Hund passt zum Multitasker?

Multitasker sollten einen ruhigen und nervenstabilen Hund haben, den es nicht stört, wenn Herrchen oder Frauchen ständig unter Spannung steht und durch die Gegend flitzt.

Ideale Begleiter für diesen Typ Mensch sind freundliche, ausgeglichene Hundewie zum Beispiel der Labrador Retriever, der anpassungsfähige und entspannte Mops oder ein fröhlicher Cavalier King Charles Spaniel mit seinem sanften Wesen.

 

Welcher Hund passt nicht?

Übersensitive, temperamentvolle Hunde, die eine emotionale Bindung zu Herrchen oder Frauchen benötigen, um sich entspannen zu können, würden in dem unruhigen Umfeld eines Multitaskers vermutlich komplett durchdrehen und das pure Chaos veranstalten!

Zu diesen Hunderassen gehören der temperamentvolle Dobermann und die meisten Terrierarten, wie der agile, flinke Jack Russell Terrier oder die liebevoll als „Westie“ bezeichneten West Highland White Terrier, die nicht weniger lebhaft sind.

 

Der Teamleiter

Diese Menschentypen sind sehr diszipliniert und bauen ihre Bindung zum Hund bevorzugt durch gemeinsames Training auf.

Teamleiter fördern ihre Hunde, indem sie viel mit ihren Vierbeinern arbeiten. Oft sind sie Mitglieder in Hundesportvereinen oder engagieren sich in der Rettungshundestaffel. Auch auf Turnieren oder bei Wettbewerben sieht man sie häufig.

Als Besitzer eines Jagdhundes absolviert der Teamleiter Jagdgebrauchshundprüfungen, obwohl er niemals vorhat, selber zur Jagd zu gehen. Es geht ihm in erster Linie darum, die natürlichen Eigenschaften des Hundes zu fördern- und das macht ihm Spaß!

Man sieht sie selten in der Gruppe mit anderen Hundehaltern plappern, sie bleiben lieber für sich alleine und trainieren ihren Hund oder spielen mit ihm.

Teamleiter haben oft ein ausgeprägtes Charisma und angeborene Führungsqualitäten– was man in der Hundeausbildung auch sieht. Ein typischer Teamleiter arbeitet instinktiv sehr viel mit Gesten und Körpersprache und signalisiert damit auch dem Hund seine Führungsqualitäten.

Was dazu führt, daß die Kommunikation mit dem Hund nie abreißt und es dadurch auch Außenstehenden Spaß macht, ihnen bei der Arbeit zuzusehen.

Teamleiter haben ein sehr starkes Kontrollbedürfnis. Im Idealfall beschränkt sich die Kontrolle auf die Person selbst und auf den Hund.

In der übersteigerten Form geht es dann allerdings nicht mehr darum, über Kontrolle die Beziehung zu seinem vierbeinigen Partner zu verbessern, sondern nur noch um Machtkampf.

Das sind dann diejenigen, die nur noch auf jedem noch so kleinen Fehler herumhacken, den ihr Hund begangen hat und ihn hart dafür bestrafen.

Sie verlangen absoluten Gehorsam von ihren Hunden und sind bereit dazu, notfalls den Hund zu brechen.

Der Hund muß funktionieren wie eine seelenlose Maschine, er wird nicht als Lebewesen behandelt, das auch mal einen schlechten Tag haben kann.

Kritik prallt an dieser übersteigerten Form des Kontrollfreaks ab, sein Hund gehorcht ja nicht umsonst besser als alle anderen.

Zum Glück sind solche Typen mehr und mehr ein Relikt aus der Vergangenheit.

Der moderne Teamleiter ist anders, er will seinen Hund nicht mehr brechen, sondern ist bestrebt, die Kommunikation zum Hund zu verbessern. Sein Ziel ist das Beste für den Hund.

Von guten Teamleitern kann man sehr viel lernen- sie sind wahre Meister in ihrem Fach!

 

Welcher Hund passt zum Teamleiter?

Teamleiter bevorzugen Hunde, mit denen sie arbeiten können und die tatsächlich noch jede Menge „echter“ Hund sind, wie den selbständigen Rottweiler, den lernwillige Deutschen Schäferhund, den temperamentvollen Malinois oder den robusten und arbeitswilligen Chesapeake Bay Retriever, unter Retriever- Freunden liebevoll „Chessie“ genannt.

 

Welcher Hund passt nicht?

Mit Hunden, die sich schwer tun, ausdauernd und konzentriert zu arbeiten und die sich, wenn sie keine Lust mehr haben, ausklinken und einfach „dicht“ machen, wird der Teamleiter sicher nicht glücklich.

Dazu gehören alle Windhundrassen  und die mit einer stoischen Gelassenheit ausgestatteten Englischen Bulldoggen.

 

Der Kumpel

Der Kumpel möchte mit seinem Hund viel Spaß haben und möglichst viele Abenteuer erleben. Für die meisten Hunde ist er ein echter Glücksfall. Da geht es auf Entdeckungsreise in die „Wildnis“, da wird gerannt, geschnüffelt und geklettert, selbst beim Kajakfahren ist der Hund mit an Bord. Für den Kumpel ist sein Hund der beste Spielpartner und der verlässlichste Frisbeespieler, den es gibt.

Von typischer Hundeerziehung hält der Kumpel meist nicht allzu viel- trotzdem sind seine Hunde überraschend gut erzogen. Damit ist freilich nicht gemeint, daß die Hunde des Kumpels jedes Kommando kennen und umgehend darauf reagieren.

Sondern viel mehr eine Art des „Laissez faire“– was erstaunlicherweise ganz gut funktioniert. Das liegt daran, daß Kumpel sehr oft über angeborene Führungsqualitäten verfügen.

Die Psyche seines Hundes interessiert den typischen Kumpel eher weniger- genauso, wie er nicht zu den Lesern von Fachliteratur jeglicher Art gehört. Das interessiert ihn einfach nicht.

Er lebt mit seinem Hund einfach so in den Tag hinein, macht, was er eben macht und hat nur ein Ziel: Spaß zu haben mit seinem Hund!

Jegliche Form der Kontrolle ist dem Kumpel verhasst, was dazu führt, das er selbstverständlich auch seinen Hund nicht kontrollieren möchte. Dies führt dann allerdings immer wieder zu unangenehmen Situationen mit Passanten oder anderen Hundebesitzern. Der Kumpel denkt sich einfach nichts dabei, wenn er seinen Hund überall frei herumrennen läßt und schert sich dabei nicht um andere Menschen.

Sein Lebensmotto ist schließlich „Spaß haben“. Da spielt es keine Rolle, wenn die restliche Welt seinem Hund nicht unbedingt das Prädikat „wohlerzogen“ verleihen würde.

Wann die letzte Impfung war oder die letzte Wurmkur weiß der Kumpel nicht so recht, und ab und zu einen Floh im Hundefell zu haben ist doch nur natürlich. Auf modischen Schnickschnack wird kein Wert gelegt, die Leine, falls überhaupt vorhanden, und das Halsband müssen ihren Zweck erfüllen- mehr nicht.

Dafür sieht sein Auto aus wie eine Mischung aus Umkleidekabine und Hundezwinger- und ist in der Lage, Flüsse zu überwinden und steile Berge zu erklimmen.

Auch wenn das Verhalten des Kumpels in einer immer enger werdenden zivilisierten Gesellschaft oft als rücksichtslos und ignorant wahrgenommen wird- sein Hund ist meistens glücklich. Weil er neben einem Kumpel einfach nur Hund sein kann.

 

Welcher Hund  passt zum Kumpel?

Schon aus Prinzip bevorzugt der typische Kumpel Mischlinge. Rassehunde sind für ihn oft nur was für angepasste Spiesser.

Wenn für den Kumpel überhaupt ein Rassehund in Frage kommt, dann passen am ehesten Rassen wie der treue Deutsche Schäferhund, der abenteuerlustige Jack Russell Terrier oder auch der anpassungsfähige Labrador Retriever.

 

Welcher Hund passt nicht?

Von allen Hunderassen, die physisch nicht unbedingt für allerlei Abenteuer ausgelegt sind und daran auch keinen Spaß haben, wie z.B. der mitunter kurzatmige Mops oder die schwerfällige Englische Bulldogge,  sollte der Kumpel besser die Finger lassen. Da werden sowohl der Mensch als auch der Hund nicht glücklich miteinander werden.

Eure Tanja

Quellenangaben:Wikipedia ; Katharina von der Leyen: Partnerhunde: So finden Sie den Hund, der zu Ihnen passt

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Welcher Hund passt zu mir?- Teil 3

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  • Nico 6. Juli 2012, 08:36

    Das ist aber eine wirklich sehr schöne Übersicht! Mein absoluter „Favoriten“-Hund ist ein deutscher Kurzhaar. Problem dabei ist aber, dass man die Hunde in der Regel nur mit einem Jagdschein bekommt 🙁

    Reply
    • Jutta Schmid 17. Juli 2012, 14:51

      Hallo Nico, schau mal hier http://www.krambambulli.de/home/index.php
      Die vermitteln Jagdhunde. Zwar nicht in jedermanns Hände, aber wer glaubhaft vermitteln kann, dass man diese Hunde gut auslasten und halten kann, würde auch einen Hund von dort bekommen.

      Grüßle
      Jutta

      Reply

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