Rottweiler-Wiki

Liebe Hundefreunde,

die richtige Antwort auf die Frage „Welcher Hund passt zu mir?“ ist von elementarer Bedeutung für eine gut funktionierendes Mensch- Hund- Team.

Leider wird dieser Thematik immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt.

Ich möchte meinen Lesern helfen, diese Frage  für sich richtig zu beantworten. Deshalb habe ich auf meinem Blog bereits über die Grundlagen zur Beantwortung der Frage „Welcher Hund passt zu mir?“  in einer vierteiligen Reihe geschrieben und einen Gratis- Ratgeber dazu verfasst.

Sozusagen als Fortsetzung veröffentliche ich in unregelmässigen Abständen Porträts über die wichtigsten Hunderassen und kann euch dadurch hoffentlich helfen, den Hund, der am besten zu euch passt, zu finden.

Bei meinem heutigen Blogbeitrag wird es um den Rottweiler gehen.

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Der Rottweiler 

Herkunft: Deutschland

Schulterhöhe: Rüde 61-68 cm, Hündin 56-63cm

Gewicht: Rüde etwa 50 kg, Hündin etwa 42 kg

Fell: derb, kurz anliegend

Farbe: schwarz mit rotbraunen, klar abgegrenzten Abzeichen

Lebenserwartung: 13 Jahre

Kategorie: Molossoide

Der Rottweiler ist eine von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannte deutsche Hunderasse (FCI-Gruppe 2, Sektion 2.1, Standard Nr. 147).

Herkunft und Geschichte

Über die Herkunft des Rottweilers bestehen die verschiedensten Ansichten, darunter ist auch die Behauptung, dass die Urahnen der Rottweiler in den damaligen römischen Legionen zu finden sind.

Die Aufgabe des Rottweilers in der Vergangenheit, Vieh zu treiben und zu bewachen, als auch der Körperbau, machen jedoch die enge Verwandtschaft zu den Sennenhunden deutlich.

Im Verlauf von mehreren Jahrzehnten wurden diese Hunde auf Lebenstüchtigkeit, Intelligenz, Ausdauer und Treibeigenschaften gezüchtet. Sie wurden somit unentbehrliche Helfer der Viehhändler und Metzger.

Dieser Hund war am häufigsten in und um die damalige Reichsstadt Rottweil verbreitet, und so erhielt er im Mittelalter den Namen Rottweiler.

Rottweil war im 19. Jahrhundert ein Viehhandels-Zentrum, von dem aus Rinder und Schafe vor allem in den Breisgau, ins Elsass und ins Neckartal getrieben wurden.

Der Viehhandel lag hauptsächlich in den Händen der Metzger. Sie waren es, die die Hunde zum Bewachen und Treiben der Großviehherden einsetzten und zu ihrem Verwendungszweck als Metzgerhunde züchteten.

Im Laufe der Zeit wurde das Vieh durch Aufkommen der Eisenbahn und anderer Fahrzeuge auf andere Art transportiert und der Rottweiler verlor seinen Verwendungszweck.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Gebrauchswert dieser Rasse im Polizeidienst erprobt, und im Jahre 1910 wurde der Rottweiler als Polizei- und Militärhund anerkannt.

Wesen

Die FCI beschreibt im Rassestandard den Charakter des idealen Rottweilers folgendermaßen: „Von freundlicher und friedlicher Grundstimmung, kinderliebend, ist er sehr anhänglich, gehorsam, führig und arbeitsfreudig. Seine Erscheinung verrät Urwüchsigkeit; sein Verhalten ist selbstsicher, nervenfest und unerschrocken.“

Der Rottweiler erfreut sich in Deutschland großer Beliebtheit und ist bei konsequenter, richtiger Erziehung und Führung auch durchaus als Familienhund geeignet.

Allerdings ist diese Hunderasse nur für Menschen geeignet, die ihn vom Welpenalter an gut sozialisieren und ihn dann mit der nötigen Konsequenz und Ausdauer erziehen.

Aufgrund seines ausgeprägten Selbstbewusstseins ordnet sich ein Rottweiler nur unter, wenn er seinen Rudelführer als solchen akzeptiert. Deshalb sollte der Halter eines Rottweilers diesem auch körperlich gewachsen sein.

Rüden haben häufig einen Hang zur Sturheit und zur Dominanz, was die Erziehung nicht unbedingt erleichtert.

Als Prestigehund sollte der „Rotti“ keinesfalls gehalten werden, da er in erster Linie ein Arbeitshund ist und dementsprechend viel Beschäftigung und Bewegung benötigt. Sonst wird er unausgeglichen, angespannt und ist nur noch schwer zu kontrollieren.

Ein ausgeglichener, gut erzogener und gut sozialisierter Rottweiler hingegen ist ein freundlicher, zuverlässiger Begleiter.

Verwendung

Der Rottweiler gehört zur Spitzengruppe der Gebrauchshunderassen und wird dementsprechend oft bei Polizei und Militär verwendet. Er wird aber auch häufig als Wach- und Schutzhund und als Rettungshund eingesetzt.

Wird er als Familienhund gehalten, so bieten sich außer der Ausbildung zum Begleit- und Schutzhund Hundesportarten wie Fährtensuche und Obedience  an.

Man sagt dem Rottweiler nach, dass es nichts gibt, was er nicht lernen kann- auch wenn er freilich seine Zeit dafür benötigt.

Trotzdem sollte auf schnelle, rasante Hundesportarten wie Agility verzichtet werden.

Rassetypische Erkrankungen

Hüftdysplasie (HD) sowie Ellenbogendysplasie (ED) sind Fehlentwicklungen der jeweiligen Gelenke, für die von einer genetischen Disposition auszugehen ist. Deshalb ist bei der Zuchttauglichkeitsprüfung das Vorliegen einer Röntgenuntersuchung vorgeschrieben.

Die Leukoenzephalomyelopathie ist eine erblich bedingte Erkrankung, die bei Jungtieren zu fortschreitenden Lähmungen führt. Sie ist unheilbar, kommt jedoch kaum vor.

In den letzten Jahren sind vermehrt Herzerkrankungen bei Rottweilern aufgetreten, deren konkrete Ursache bisher nicht übergreifend festgestellt werden konnte.

Besonderheiten

Durch einige Vorfälle – darunter auch die Tötung von Kleinkindern – hat der Rottweiler teilweise einen schlechten Ruf bekommen. Er ist ein großer und starker Hund, von dem vor allem bei falscher Haltung und Sozialisierung eine Gefährdung ausgehen kann.

In manchen Bundesländern wird diese Hunderasse zu den gefährlichen Hunden gezählt, deren Haltung mit bestimmten Auflagen und Vorschriften verbunden ist.

In Österreich steht der Rottweiler in Niederösterreich und Wien auf der Rasseliste.

In der Schweiz führen zehn der elf Kantone mit Rasselisten den Rottweiler auf ihren Listen, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. In den Kantonen Genf und Wallis sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Daher sollte man sich vor der Anschaffung eines Rottweilers nach den aktuellen Bestimmungen und Vorschriften erkundigen.

Fazit:

Der Rottweiler ist ein kräftiger, selbstbewusster Hund, der unbedingt eine sehr frühzeitige und gründlichen Sozialisierung und eine geduldige, konsequente Erziehung durch einen erfahrenen Hundehalter benötigt.

Ein gut erzogener und ausgeglichener Rottweiler ist ein freundlicher, folgsamer und zuverlässiger Begleit- und Familienhund.

Herzliche Grüße

Eure Tanja

Tanja Häußler©  www.tanjas-hundeblog.info

Bildquelle: Dr. Manfred Herrmann; Allgemeiner Deutscher Rottweiler-Klub (ADRK) e.V. http://www.ADRK.de

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Welcher Hund passt zu mir? Der Rottweiler
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  • Jutta 19. September 2013, 09:33

    Da hast du Recht.Wer gerne zuhause bleibt, ist mit ein Mops gut beraten.Wer sich gerne drausen aufhält, zu dem würde eine aktivere Rasse passen.Auch der Zeitaufwand für die Fellpflege spielt eine Rolle.Wenn man zur Miete wohnt, sollte man nicht unbedingt auf eine Rasse zurückgreifen, die zum Kläffen neigt.
    Bei der Wahl der richtigen Rasse sollte man schon darauf achten, dass es passt.Immerhin bleibt man ja mindestens 15 Jahre mit dem Hund zusammen.

    Reply
  • Lena Mai 15. Oktober 2016, 15:37

    Ja, einmal ist die Rasse sehr wichtig, bei der Wahl eines Hundes und zudem sollte man zusätzlich Zeit und nehmen den potentiellen neuen Hund persönlich kennenzulernen. Schließlich hat jeder einzelne Hund noch seine speziellen Vorlieben und Bedürfnisse.
    LG Lena

    Reply

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