Liebe Hundefreunde,

Mein Jack Russell Terrier Whisky- DK Fotodesign

Mein Jack Russell Terrier Whisky- DK Fotodesign

die richtige Antwort auf die Frage “Welcher Hund passt zu mir?” ist von entscheidender Bedeutung für ein harmonisches Mensch- Hund- Team. Allerdings wird bei der Auswahl der richtigen Hunderasse immer noch zu wenig darauf geachtet.

Sozusagen als Fortsetzung veröffentliche ich in unregelmäßigen Abständen Porträts über die wichtigsten Hunderassen und kann dadurch hoffentlich helfen, die am besten passende Hunderasse zu finden.

Heute werden ich mich mit einem meiner absoluten Lieblingshunde beschäftigen, dem Jack Russell Terrier. Viel Spaß beim Lesen!

Jack Russell Terrier

 

Herkunft: Großbritannien

Schulterhöhe: 25–35 cm für beide Geschlechter

Gewicht: 5-8 kg

Fell: Glatt-, rau- oder stichelhaarig, dicht und glänzend

Farbe: Vollständig weiß oder weiß mit lohfarbenen, braunen oder schwarzen Abzeichen, vorzugsweise beschränkt auf Kopf oder Rutenansatz

Lebenserwartung: 12-15 Jahre

Alternative Namen: Russell Terrier (AKC)

Kategorie: Niederläufige Terrier

Der Jack Russell Terrier ist eine von der FCI (Nr. 345, Gruppe 3, Sektion 2) anerkannte australische Hunderasse, deren Ursprung jedoch in Großbritannien liegt. Es handelt sich hierbei um die niederläufige, vorwiegend weiße Variante.

Zuchtclubs, die eine Anerkennung dieser Hunderasse durch die FCI ablehnen und eigene Zuchtregister führen, wie der Jack Russell Terrier Club of Great Britain (JRTCGB) oder der Jack Russell Terrier Club of America (JRTCA), bezeichnen auch die hochläufigen Terrier dieses Typs (siehe Parson Russell Terrier) als Jack Russell Terrier.

Herkunft und Geschichte

Der britische Pfarrer und passionierte Jäger John (Rufname: Jack) Russell gilt als Urvater des Jack Russell Terriers. Während seiner Studienzeit in Oxford erwarb er 1819 seinen ersten Terrier, eine weiße, rauhaarige Foxterrier- Hündin alten Schlages mit schwarzen Abzeichen am Kopf.

Diese Hündin mit Namen „Trump“ wird als Stammmutter der Rasse bezeichnet. Ausgehend von dieser Hündin züchtete John Russell fortan einen speziellen Schlag von Foxterriern, die klein und wendig genug waren, um in einen Fuchsbau hinein zu kommen und sich auch darin zu drehen. Ebenfalls legte er Wert darauf, dass die Grundfarbe weiß vorherrschend war, damit man die Hunde besser von einem Fuchs unterscheiden konnte.

Als Mitte des 19. Jahrhunderts der Rotfuchs in Australien eingeführt wurde und sich rasch verbreitete, wurden vermehrt Foxterrier aus England importiert, die zur Fuchsjagd eingesetzt wurden. Da die Füchse in Australien keine eigenen Bauten anlegten, sondern kurzerhand Kaninchenbauten in Beschlag nahmen, die deutlich enger als die normalen Fuchsbauten waren, wurden Hunde mit einer Widerristhöhe von maximal 30 Zentimetern benötigt.

So kamen um das Jahr 1880 die ersten direkten Nachkommen von  Jack Russells Terriern nach Australien. Die starke Konzentration auf bewährte jagdliche Linien und die Isolation dieser australischen Zuchtlinie führten zur Entstehung des heutigen niederläufigen Jack Russell Terriers.

1972 wurde der Jack Russell Terrier Club of Australia (JRTCA) gegründet, der sich um die Anerkennung als eigene Rasse bemühte. Mit Erfolg: Nachdem 1991 die Anerkennung durch den nationalen Australian National Kennel Council (ANKC) erfolgte, folgte 2002 die Anerkennung als eigene Rasse durch die FCI und im Jahre 2012 schließlich die Aufnahme in das Rasseverzeichnis des American Kennel Club (AKC) unter dem Namen „Russell Terrier“.

Wesen

Der Jack Russell Terrier ist ein Arbeitsterrier, der bis heute in erster Linie für die Jagd gezüchtet wird. Daher ist er auch ein mutiger, furchtloser Draufgänger, der überaus robust und unempfindlich ist. Dabei sehr intelligent, voller Selbstvertrauen, lebhaft, selbständig und eigenwillig.

Er ist zwar ein kleiner Hund, hält sich selbst aber für den Größten. Und so geht er auch keiner Rauferei aus dem Weg, auch wenn seine „Gegner“ meistens deutlich größer sind. Deshalb ist eine frühe Sozialisierung mit seinen Artgenossen in einer guten Welpenschule notwendig.

Zu seinen Menschen ist er aber unglaublich charmant, immer fröhlich, manchmal rotzfrech und voller  Unverschämtheit- was man diesem kleinen Herzensbrecher aber sofort verzeiht. Und er ist ein regelrechter Komiker, der seinen Besitzer immer wieder zum Lachen bringt.

Er hat unglaublich viel Energie und möchte immer da sein, wo etwas los ist. Er ist ein leidenschaftlicher Jäger und Buddler, da kann es schon mal vorkommen, dass er auf der Jagd nach Mäusen den Garten in eine Mondlandschaft verwandelt.

Ein echter „Jacky“ ist weder ein Anfänger-, noch ein Schoßhund- eher das Gegenteil. Er macht meist das, was er will und was ihm Spaß macht- und manchmal nur ungern, was man von ihm gerade erwartet. Sein Selbstbewusstsein und seine Eigenwilligkeit erfordern eine konsequente, aber liebevolle Erziehung.

Dieses Energiebündel ist nicht kleinzukriegen und kennt keine Grenzen, weshalb man aufpassen sollte, dass sich der Jack Russell Terrier nicht körperlich überfordert!

Verwendung

Der Jack Russell Terrier ist ein arbeitsfreudiger Jagdhund, der in Großbritannien beinahe ausschließlich für die Baujagd auf Fuchs und Dachs eingesetzt wird. Auf dem europäischen Festland ist sein Einsatzgebiet breiter gefächert- dort wird er aufgrund seiner Unerschrockenheit, seiner Schnelligkeit und seiner Härte sogar zur Schwarzwildjagd verwendet.

Als Familienhund ist er ein intelligenter, fröhlicher, lebhafter und charmanter Wirbelwind, dem ein „normaler“ Spaziergang bei Weitem nicht ausreicht. Um seine unbändige Energie loszuwerden, sollte er zusätzlich hundesportlich beschäftigt werden, z.B. mit Mini- Agility oder Dogdance. Da ist der Jacky mit Begeisterung dabei und in seiner Klasse auch kaum zu schlagen.

Jack Russell Terrier Whisky beim Agility

Aber auch beim Erlernen von Kunststücken, beim Joggen und beim Radfahren ist er gerne dabei. Und für viele Reiter ist er mittlerweile der beliebteste Reitbegleithund. Man kann mit ihm sogar die Begleithundeprüfung ablegen. Das ist zwar eine Herausforderung, aber mit einer konsequenten, liebevollen Erziehung kann das sogar mit einem Jack Russell Terrier gelingen.

Rassetypische Erkrankungen

Grundsätzlich ist der Jack Russell Terrier aufgrund seiner Herkunft als Arbeitshund sehr vital und robust. Jedoch hat er eine genetisch bedingte Anfälligkeit für die Ataxie und Myelopathie der Terrier.

Diese seltene Erbkrankheit entwickelt sich zwischen dem zweiten und sechsten Lebensmonat und geht mit Bewegungsstörungen der Beine und Muskelzittern einher. Es kann zur Schädigung des Hörnerves kommen, was zunehmende Taubheit zur Folge hat.

Fazit:

Kelly und Whisky- meine beiden BestenDer Jack Russell Terrier ist der Prototyp des „typischen“ Terriers: Furchtlos, rauflustig, hart im Nehmen, lebhaft und agil, aber immer fröhlich und ein unglaublicher Herzensbrecher.

Allerdings ist er aufgrund seines Selbstbewusstseins und seines Dickschädels nicht leicht zu erziehen und deshalb nicht als Anfängerhund geeignet.

Um seine unglaubliche Energie loszuwerden, benötigt er einen sportlichen und aktiven Halter, der in zusätzlich mit Hundesport auslastet. Sonst kann dieser kleine Hund zu einem regelrechten Tyrannen werden, der dazu neigt, Dinge zu zerstören.

Ich freue mich über jeden Leser, der jetzt zu dem Schluss gekommen ist, der Jack Russell Terrier sei genau die richtige Hunderasse für ihn. Für alle anderen, die diese wichtige Frage  “Welcher Hund passt zu mir?”  noch nicht für sich beantworten konnten, habe ich  ergänzend dazu auf diesem Blog bereits eine vierteiligen Reihe geschrieben und einen Gratis- Ratgeber verfasst.

Herzliche Grüße

Eure 

©  www.tanjas-hundeblog.info

Bildquellen:

© Daniela Karrer- DK Fotodesign

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Welcher Hund passt zu mir? Der Jack Russell Terrier
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  • Katinka 19. November 2013, 16:03

    Liebe Tanja,

    vielen Dank für diesen Artikel, er ist sehr treffend dargestellt wie ich finde.
    Ich selber habe auch einen Terrier, zwar keinen Jack Russell, aber dafür einen Parson-Russell. Diese unterscheiden sich ja größtenteils nur in der Optik. Meine Lotta habe ich mir vor 5 Jahren ganz bewusst ausgesucht. Ich wollte einen Hund der witzig ist, ein Hund mit Charakter und seinem eigenen Kopf. Einer mit dem ich zum Hundesport gehen kann, der gerne arbeitet und nicht unbedingt ein Anfängerhund ist…vlt. habe ich auch ein wenig die Herausforderung gesucht 🙂

    Bekommen habe ich den besten Hund den man sich vorstellen kann, meine Lotta ist in vielen Punkten ein typischer Terrier, aber in manchen eben auch nicht. So ist sie wahnsinnig agil und hat viel Temperament und wie im Artikel beschrieben, kennt sie oftmals Ihre Grenzen nicht. Da sie teils bis zum umfallen Ballspiele o. ä. spielen würde, gilt es auch mal einzugreifen und sie zum entspannen aufzufordern. Damit sie ausgelastet und glücklich ist, betreibe ich mit ihr aktiven Tunierhundesport und Mantrailing. Die 3x pro Woche Training lasten sie aus und sorgen dafür das sie rundum Glücklich ist und somit auch Zuhause innerhalb der 4-Wände entspannen kann.
    Dafür ist sie nicht rauflustig, ganz im Gegenteil ist das Mäuschen eigentlich immer eher unterwürfig.
    Sie hat oft den sprichwörtlichen „Schalk“ im Nacken, ist oft zu Späßen aufgelegt und ein kleiner Clown, so versüßt sie der ganzen Familie den Alltag und bringt alle oft zum Lachen.
    Sie ist sehr herzlich und äußerst menschenbezogen, immer freundlich zu allen und gewinnt so das Herz von eigentlich jedem.

    Ich bin sehr froh das ich mich damals für meinen kleinen Rocker entschieden habe und wir heute ein super Team sind.
    Aber ich unterschreibe auch sofort Ihre Meinung…ein Jack-Russell oder Parson-Russell ist kein Anfängerhund!!

    Viele Güße,

    Katinka&Lotta

    Reply
    • Tanja Häußler 21. November 2013, 22:35

      Liebe Katinka,

      vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen und unterhaltsamen Kommentar! Ja, die Jackys und die Parsons sind dieselben Kaliber! Ich finde es toll, dass du deine Lotta auch richtig forderst und dich offensichtlich auch vor der Anschaffung gut informiert hast. Dann ist ein Jacky oder auch Parson Russell ein wunderbarer, ausgeglichener und lustiger kleiner Kerl, das ist bei meinem Whisky selbst mit 12 Jahren noch so- auch wenn er langsam altersbedingt nicht mehr ganz soviel Pfeffer im Hintern hat- aber es reicht immer noch 😉

      Liebe Grüße

      Tanja

      Reply
  • Robert 12. Februar 2014, 16:40

    Hallo,

    leider machen sich viele keine Gedanken, welcher Hund eigentlich in Ihr Leben passt, sondern gehen oft nach dem „Der ist ja so süss“-Faktor.

    Daher möchte ich gerne auch auf unseren Beitrag http://www.hundewelpen.net/zu-welchem-hund-passe-ich-und-mein-leben hinweisen.

    Schöne Grüße
    Robert

    Reply
  • Leonie 26. Februar 2014, 11:21

    Eine sehr schöne Übersicht der verschiedenen Hunderassen. Wenn man sich einen Hund anschaffen möchte sollte man allerdings nicht davon ausgehen, dass es diese Rassen nur beim Züchter gibt – erst einmal schauen welch schöne Tiere es in Tierheimen gibt. Leider denken ja viele Menschen, dass es dort lediglich „Problemhunde“ gibt – das ist überhaupt nicht der Fall! Für jeden, der sich ein neues Haustier anschaffen möchte lohnt ein Besuch im Tierheim.

    Reply
    • Tanja Häußler 7. März 2014, 03:27

      Liebe Leonie,

      da hast Du recht! Mein Jacky Whisky ist auch so ein „Problemhund“ aus dem Tierheim- der war es aber wirklich einmal- merkt man auch heute noch manchmal im Verhalten gegenüber Fremden. Hat sich aber unter meiner Obhut komplett gewandelt- spielt gerne mit Kindern und ist eine regelrechte „Schmusebolle“ geworden 😉
      Trotzdem muss man aufpassen- ist halt ein kleiner, süßer Frechdachs, der keine Beisshemmung mehr hat…

      LG Tanja

      Reply
  • Tina 9. April 2014, 16:40

    Hallo, ich bin auf dieser wirklich tollen beitrag gestossen, da uns in der familie genau diese kernfrage beschäftigt, welche rasse passt zu uns, und zu welcher rasse passen wir. nach dem lesen dieses beitrags ist ein jackrussel terrier zumindet in der engeren wahl. da wir einen jagdhund suchen, der entsprechend trainiert und ausgebildet werden soll.

    Reply
  • Martina 4. September 2014, 10:02

    Ein sehr treffender Artikel über die gescheckten „Zumutungen“. Ich hatte selbst einmal ein Prachtexemplar und mit seiner Ankunft war mein Leben völlig auf den Kopf gestellt. Leider sehen viele Menschen in ihm nur einen halbwegs kleinen Hund, der ja so süß ist. Seine Clownereien und sein Temperament werden darüber oft völlig außen vor gelassen. Das ist schade, denn der Jacky fordert zu Recht die Aufmerksamkeit – geistig und körperlich. Er will und muss beschäftigt werden – solche Berichte helfen, wenn sich Hundehalter informieren, bevor sie zur Tat schreiten.

    LG

    Martina

    Reply
  • Marko Slusarek 28. Januar 2015, 19:36

    Hallo Tanja, das ist ein sehr interessanter Artikel von dir. Ich bin selber Hundeliebhaber und war beruflich 4 Jahre Hundeführer. Ich kann wirklich nur jedem raten, sich vorher sehr genau über Hunderassen zu informieren. Man sollte sich Fragen über die Größe, Familienhund, Wesen usw. stellen bevor man sich für eine Rasse entscheidet. Dein Blog finde ich sehr gut, extrem viel Mehrwert. Ich wünsche dir weiterhin maximale Erfolge mit deinem Blog.

    Gruß

    Marko Slusarek

    Reply
    • Tanja Häußler 29. Januar 2015, 11:10

      Vielen Dank lieber Marko

      Reply
  • Sven 4. Oktober 2016, 12:30

    Hallo Tanja,

    wir haben eine Mischlingshündin, in der von der art her mit sicherheit auch ein Jack Russel mit drin ist, den in vielen Punkten deiner Beschreibung finden wir auch Mira wieder 😉
    Ich denke es ist wirklich wichtig, genau so wie du schreibst, sich vorher zu informieren und sich un dem Hund Zeit zu geben.
    Jeder Hund hat seine eigenen „Macken“ und Eigenarten, genau wie wir Zweibeiner 😉 Und jeder Hund reagiert in bestimmten Situationen anders.
    Auch hier ist es wichtig, seinen Hund gut zu kennen und auf ihn einzugehen.

    In diesem Sinne, viele Grüße,
    Sven

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