Dobermann_Wiki

Liebe Hundefreunde,

die richtige Antwort auf die Frage „Welcher Hund passt zu mir?“ ist von entscheidender Bedeutung für eine gut funktionierendes Mensch- Hund- Team. Leider wird dieser Thematik immer noch viel zu wenig Beachtung geschenkt.

Ich möchte meinen Lesern helfen, diese Frage korrekt für sich zu beantworten. Deshalb habe ich bereits über die Grundlagen zur Beantwortung der Frage „Welcher Hund passt zu mir?“ auf diesem Blog in einer vierteiligen Reihe darüber geschrieben und einen Gratis- Ratgeber dazu verfasst.

Sozusagen als Fortsetzung werde ich in unregelmässigen Abständen Porträts über die wichtigsten Hunderassen veröffentlichen und kann Ihnen dadurch hoffentlich helfen, den Hund, der am besten zu Ihnen passt, zu finden.

Heute wollen wir uns mit dem Dobermann beschäftigen.

Der Dobermann

Herkunft: Deutschland

Schulterhöhe: Rüde 68-72 cm, Hündin 63-68 cm

Gewicht: Rüde 40-45 kg, Hündin 30-35 kg

Fell: Glatthariges, glänzendes Fell

Farbe: Schwarz mit rotbraunen Abzeichen und dunkelbraun mit rotbraunen Abzeichen

Lebenserwartung: 10-12 Jahre

Kategorie: Pinscher und Schnauzer

Der Dobermann ist eine von der FCI anerkannte deutsche Hunderasse (FCI-Gruppe 2, Sektion 1.1, Standard Nr. 143).

Herkunft und Geschichte

Der Dobermann erhielt seinen Namen durch seinen ersten bekannten Züchter, den aus Apolda stammenden Friedrich Louis Dobermann (1834–1894).

Dobermann war in Apolda nicht nur Steuereintreiber, sondern gleichzeitig städtischer Hundefänger. Er arbeitete neben den genannten Tätigkeiten außerdem jahrelang als Nachtpolizist und benötigte einen scharfen Gebrauchshund zum Personenschutz.

Zur Zucht paarte er einige besonders angstfreie, mutige Hunde, darunter seine Lieblingshündin, die mausgraue „Schnuppe“, die weder Schäferhund noch Pinscher war und demnach nichts weiter als ein Kreuzungsprodukt aus dem damals rund um Apolda vorhandenen Hundebestand.

Diese Hündin paarte er mit einem Fleischerhund, einem Vorläufer des Rottweilers, vermischt mit einer Art Schäferhund, weiterhin sollen noch Bastarde aus Pinscher- und Jagdhundrassen verwendet worden sein sowie ein Greyhound, um dem Hund eine schlankere Linie zu verleihen.

So entstand eine Gebrauchs-, Arbeits- und Wachhunderasse, die nicht nur wachsam, sondern auch „mannfeste Hof- und Haushunde“ waren. Sie wurden schon früh als Polizeihunde eingesetzt, was damals zu dem Beinamen „Gendarmenhunde“ führte.

Bei der Jagd wurden sie überwiegend zur Bekämpfung des Raubwildes eingesetzt. In den beiden Weltkriegen wurde der Dobermann vor allem im deutschen Heer auch als Melde-, Minensuch- und Sanitätshund verwendet.

Heute ist der Dobermann immer noch ein gern gesehener Polizei- und Wachhund, sowie ein guter Familien- und Begleithund.

Wesen

Der heutige Dobermann ist ein aufmerksamer, gut zu handhabender Familienhund, der seine angeborene Schärfe und seinen Schutztrieb beibehalten hat. Er ist sehr aktiv, manchmal etwas „hibbelig“ und benötigt lange, ausgedehnte Spaziergänge. Dann ist er ausgeglichen und glücklich.

Er ist hochintelligent und dabei hochsensibel. Das macht ihn zu einem Hund, der sich sehr leicht führen läßt– sofern man weiß, was man tut.

Seine Sensibilität und die Tatsache, dass ein Dobermann immer sehr wach ist und blitzschnell reagiert, führt dazu, dass er sich sehr schnell seiner Umgebung anpasst- im positiven, wie im negativen Sinne.

In einer angespannten, unruhigen Umgebung wird der sowieso schon  temperamentvolle Dobermann genauso angespannt und unruhig, befindet er sich in einem ruhigen, entspannten und heiteren Umfeld, so ist er es auch.

Hartes Anpacken oder gar Schläge verträgt der Dobermann überhaupt nicht. Dann kann er zu einer echten Bedrohung werden.

In der Hand eines erfahrenen, besonnenen und freundlichen Hundehalters wird der Dobermann jedoch zu einem entspannten, verspielten und kinderlieben Familienhund, der auch zu anderen Menschen und Hunden freundlich ist.

Verwendung

Heute gehört der Dobermann zu den klassischen Schutzhundrassen. Er wird häufig im Wach- und Schutzdienst verwendet, spielt allerdings im Polizeidienst nur eine untergeordnete Rolle.

Er wird darüber hinaus als Diensthund beim Zoll und bei der Bundeswehr eingesetzt sowie als Rettungshund. Auch als Therapie- und Blindenführhund ist der Dobermann geeignet.

Dank seines Temperaments und seiner Intelligenz ist er außer für den klassischen Schutzhundesport für viele andere Hundesportarten geeignet, wie z.B. Agility, Turnierhundesport oder Obedience. Auch bei der Fährtenarbeit ist er voller Freude bei der Sache.

Hauptsächlich wird der moderne Dobermann aber als reiner Familien- und Begleithund gehalten. Damit er sich zu einem liebevollen,freundlichen, treuen und kinderlieben Begleiter entwickelt, benötigt er unbedingt eine gründliche, konsequente, aber besonnene Erziehung durch einen erfahrenen, ruhigen und freundlichen Hundehalter.

 Besonderheiten

Das sehr kurze, glatte Fell ist extrem pflegeleicht und betont die athletische, elegante Erscheinung des Dobermannes.

Früher wurden die Ohren und der Schwanz kupiert, was heute zum Glück verboten ist. Es ist übrigens bis heute nicht gelungen, Dobermänner mit Stehohren zu züchten.

In manchen Bundesländern wird diese Rasse zu den gefährlichen Hunden gezählt, deren Haltung mit bestimmten Auflagen verbunden ist. Daher sollte man sich vor der Anschaffung dieser Hunderasse nach den aktuellen Bestimmungen erkundigen.

In der Schweiz führen acht der zwölf Kantone mit Rassenlisten den Dobermann als Listenhund, die Haltung ist in diesen Kantonen bewilligungspflichtig. Im Kanton Wallis sind Haltung, Zucht und Einfuhr verboten.

Rassetypische Erkrankungen

Beim Dobermann tritt das Kongenitale Vestibularsyndrom, eine Erbkrankheit des Innenohrs mit Gleichgewichtsstörungen und Taubheit, gehäuft auf. Diese Hunderasse hat auch eine Prädisposition für das Wobbler-Syndrom, bei dem Schädigungen des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule auftreten.

Ebenfalls verbreitet ist die Dilatative Kardiomyopathie (DCM), auch bezeichnet als Dobermann Kardiomyopathie, eine sehr aggressive Form der Herzerkrankung, bei der es zum plötzlichen Herztod kommen kann.

Eine selten auftretende neurologische Erkrankung ist die Dancing Dobermann Disease, bei der der Hund durch muskuläre Veränderungen und einer zunehmenden Schwäche in der Hinterhand einen taumelnden, tänzelnden Gang entwickelt.

 Fazit:

Der Dobermann ist hochintelligent und dabei hochsensibel. Nervosität und Unruhe übertragen sich genauso auf sein Verhalten wie Entspannung und Ruhe. Ist der Hundeführer fröhlich und entspannt, ist es auch der „Dobi“.

Der Dobermann ist beileibe kein Anfängerhund!

Da dieser Hund so hochsensibel ist, sollte er nur von einem erfahrenen Hundehalter geführt werden, der weiss, wie er mit ihm umzugehen hat. Wird er zu grob angefasst, kann das fatale Folgen haben!

Herzliche Grüße

Eure Tanja

© Tanja Häußler- www.tanjas-hundeblog.info

Bildquelle: Stonda– CC BY-SA 3.0  ( http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de)

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Welcher Hund passt zu mir? Der Dobermann
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  • Jens 14. Dezember 2012, 13:51

    Ein Freund von mir hat ebenfalls einen Doberman. Dieser ist allerdings von Natur aus irgendwie schon immer ein bisschen ängstlich gewesen. Allerdings kann es auch andersrum gehen, wenn andere Hunde ihn nicht in Ruhe lassen.

    Eine wirklich sehr sprunghafte Rasse, wie ich finde.

    Reply
  • Manuela 12. Januar 2013, 17:08

    Hallo Tanja,

    tolle Rassevorstellung. Besonders die Wesensbeschreibung gefällt mir. Die trifft wirklich 100% zu.

    Herzliche Grüße
    Manuela

    Reply
  • Hunde-Fan 23. Februar 2013, 22:29

    Ich finde es traurig, dass der Dobermann teilweise auf der Liste für „gefährliche“ Hunde ist. Eigentlich für jede Hunderasse schade – schließlich liegt es hauptsächlich am Besitzer wenn der Hund gefährlich oder agressiv ist.
    Ich kenne viele ganz liebe und verschmuste Dobermänner und -frauen.

    Reply
  • Dobi-Mama 10. Mai 2013, 17:45

    Ich habe ebenfalls eine Dobermann-Hündin, die wir durch den Tierschutz gerettet haben und die viel schlechtes erlebt und durchgestanden hat…und trotz alldem was ihr passiert ist, ist sie doch kein bissel aggressiv. Sie ist sehr verschmust, sehr wachsam und sehr intelligent und gehorsam. Es liegt alles nur am Besitzer wie der Hund sich entwickelt bzw. wird…. Hunde sind das Beste und Schönste was es gibt auf der Welt 🙂

    Reply
    • Tanja Häußler 11. Mai 2013, 13:45

      Danke für den schönen Kommentar! Und Respekt, dass Du das so gut hinbekommen hast. Ist gar nicht einfach, einen „verkorksten“ Hund wieder hinzubekommen. Das erinnert mich anmeinen Whisky. Der sollte sogar eingeschläfert werden, weil er alles und jeden attackierte. Der hat sich um 180 Grad gedreht und wurde vom Angstbeisser zum Kampfschmuser! Ja, es liegt definitiv am Mensch, wie der Hund sich entwickelt!

      Reply
  • Filiz 17. September 2015, 21:36

    Hi schöne Zeite ich möchte auch ein Hund weiß nicht welches Dobermann , Schärfung was soll ich Thun

    Reply
    • Tanja Häußler 20. September 2015, 09:32

      Ich habe ein Hunderassenbuch geschrieben, welches bei Amazon bestellen oder auch ausleihen kannst, hier der Link,
      http://www.amazon.de/Die-beliebtesten-Hunderassen-Tanja-H%C3%A4u%C3%9Fler-ebook/dp/B00Z4955K2
      Überlege Dir genau welche Rasse für Dich die Richtige ist. In meinem Buch sind viele Rassen aufgeführt auch der Dobermann, schau einfach mal rein und entscheide Dich dann!
      Wenn Du noch Fragen zu bestimmten Rassen hast kannst Dich gerne bei mir melden.
      Liebe Grüße Tanja und Ihre Fellnasen.

      Reply

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