Kelly, was ist denn hier los?

Liebe Hundefreunde, 

hier ein Gastbeitrag von Frau Ljubica Negovec Allessprachen zum Thema Hundesprache richtig deuten, ich denke das ist ein sehr wichtiges Thema und freue mich deshalb besonderst über diesen Gastbeitrag.

Hundesprache – Körpersignale vom Hund richtig deuten

Was hat es eigentlich zu bedeuten, wenn ein Hund mit wedelndem Schwanz auf jemanden oder einen anderen Hund zu läuft? Will er nur spielen oder ist er im Angriffsmodus? Frischgebackene Hundebesitzer sind häufig unsicher, was das Verhalten ihres Hundes betrifft und tun sich nicht selten schwer, Situationen richtig einzuschätzen. Daher gilt es, auf die Körpersprache des Hundes zu achten, denn wie wir Menschen kommunizieren auch sie mittels Mimik und Gestik.

„Der tut nichts, der will nur spielen!“

Ob man sich vor einem Hund fürchten muss oder ob er wirklich nur an einer harmlosen Spielerei interessiert ist, erkennt man relativ leicht:

  • Wenn ein Hund einen anderen zum Spielen auffordert, senkt er seinen Vorderkörper und reckt sein Hinterteil in die Höhe. Meist wedelt er dabei noch freudig mit dem Schwanz. Ein lautes Bellen untermauert seinen Spieltrieb.
  • Auch vor einem Hund, der besonders übertriebene Gesten macht, indem er beispielsweise beim Rennen die Vorderbeine besonders weit nach vorne reißt und dabei spreizt, muss man sich nicht erschrecken – dieser Vierbeiner ist einfach nur übermütig, aber keineswegs gefährlich. Sobald der Hund anfängt zu schnappen, signalisiert er seinem Gegenüber, dass es er genug hat. Insgesamt hat man jedoch auch in diesem Fall keinen Grund zum Fürchten.

Aggressives Verhalten erkennen – Worauf sollte man achten?

Wenn ein Hund jedoch eine angriffslustige Haltung einnimmt, sollte man ihm stets mit einer gewissen Vorsicht begegnen. Drohgebärden können zwar je nach Selbstsicherheit des Hundes unterschiedlich aussehen, sind aber in der Regel relativ eindeutig als solche erkennbar.

  • Ein selbstsicherer Hund bedroht sein Gegenüber mit einer gespannten Körperhaltung und einem hoch erhobenen Kopf. Dazu sind seine Nackenhaare gesträubt, die Ohren gerade nach vorn gerichtet und der Hund präsentiert seine Vorderzähne. Untermalt wird diese Drohgebärde von einem tiefen Knurren.
  • Unsichere Hunde hingegen klappen ihre Ohren seitlich leicht an, um ihre Bereitschaft zur Verteidigung zu signalisieren. Ihre Körperhaltung ist im Vergleich zum selbstsicheren Hund leicht geduckt, aber dennoch angespannt. Kopf und Hals sind dabei weit nach vorne gestreckt, aber die Rute trägt der Hund nahe am Körper oder gar unter dem Bauch.
  • Nur selten hört man jedoch einen Laut aus seinem Maul und wenn doch, dann in Form eines hohen, nahezu stoßartigen Bellens oder eines langanhaltenden Knurrens. Oft kann es sogar vorkommen, dass er spontan in die Luft schnappt oder gar zuerst auf den anderen losgeht, denn der defensive Hund ist häufig ein Angstbeißer.

 

Hierarchie unter Hunden – Ist mein Hund dominant oder unterwürfig?

Das geborene „Alphatier“ gibt es unter Hunden nicht, denn wer dominiert, ist situationsabhängig. Präsentiert sich der eigene Vierbeiner bei der Begegnung mit dem Nachbarshund eher unterwürfig, so kann er doch seine dominante Seite zeigen, wenn er auf den Rüden trifft, der eine Straße weiter wohnt.

  • Eine Form des Dominierens ist der Versuch des Hundes, sein Kinn oder seine Pfote auf den Rücken eines anderen zu legen. Eine noch viel deutlichere Geste ist das Aufreiten, das manchmal mit einem Paarungsversuch verwechselt wird.
  • Wenn sich die beiden Hunde gleich stark einschätzen und nicht aggressiv sind, können sie sich beide auf Augenhöhe begegnen. Schätzt der eigene Hund sein Gegenüber jedoch als ranghöher ein, kann man das daran erkennen, dass er direkten Blickkontakt meidet und den Kopf leicht von ihm abwendet. Kopf und Rute sind leicht gesenkt. Damit signalisiert er, dass er kein Interesse an einem Kampf hat.

So erkennt man gestresste Vierbeiner

Auch Hunde können Stress empfinden, wenn sie mit einer Situation überfordert sind. Dies passiert beispielsweise beim Tierarzt oder wenn ihre Besitzer sich miteinander streiten. Dann versuchen sie, sich selbst zu beruhigen, indem sie gähnen, verlegen auf dem Boden schnüffeln beziehungsweise kratzen, oder scheinbar grundlos besonders laut hecheln. In diesem Fall sollte man versuchen, sein Haustier zu beruhigen oder bestenfalls den Grund für ihr Stressempfinden aus der Welt zu schaffen.

Fazit

Das Verhalten eines Hundes richtig zu deuten, ist anfangs oft eine Herausforderung, aber es ist auch keine Hexerei. Ein wenig Verständnis für die Körpersprache ihres Vierbeiners können sich auch frischgebackene Hundebesitzer schnell aneignen. Zum besseren Verständnis kann man sich auch an Experten wenden. Außerdem gibt es inzwischen spezielle Seminare, die sich mit der Körpersprache von Hunden beschäftigen. Generell gilt es jedoch, sein Haustier gut im Auge zu behalten und seine Verhaltensweisen zu beobachten. So kann man ganz einfach selbst zum Spezialisten in puncto Hundekörpersprache werden.

 

Über die Autorin: Ljubica Negovec leitet seit mehr als 20 Jahren das ÜbersetzungsbüroALLESPRACHEN in Graz. Mittlerweile gibt es nun auch eine Zweigstelle in Wien. Vor kurzem wurde dem Unternehmen das Österreichische Bundeswappen verliehen.

 

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Eure Tanja Häußler

 

 

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  • Geraldine Yaroch 13. Juni 2016, 02:26

    sehr guter artikel! das lesen der körpersprache des hundes ist schnell gelernt und ein muss für jeden hundehalter!

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  • Norbert 18. Juni 2016, 14:50

    Die Körpersprache richtig deuten zu können und richtig darauf zu reagieren ist sehr wichtig für alle Hundebesitzer.

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    • Max 9. September 2016, 17:18

      Das sehe ich ähnlich Norbert! Die Körpersprache ist das AundO wenn es um eine gute Beziehung zum eigenen Hund geht. Den Artikel fand ich da sehr hilfreich und ich werde versuchen in nächste Zeit einige Tipps zu berücksichtigen.

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  • Daniel 24. August 2016, 16:40

    Ein durchaus interessanter Beitrag! Werde jetzt noch genauer auf die Körpersprache meiner beiden Vierbeiner achten.

    Reply
  • Martina 10. September 2016, 09:24

    Schöner Artikel, ich finde es unfassbar wichtig, seinen Hund „lesen“ zu können. Denn nur so kann ich als Zweibeiner meinen Hund entweder aus seiner Angst lösen, ihn „zügeln“, ihn beruhigen oder ihn etwas aufpeppen. Eine meiner drei Hundedamen ist extrem ruhig. Dennoch fiel uns auf, als sie „noch“ ruhiger wurde (was quasi schon gar nicht mehr geht…) ab zum Tierarzt und heraus kam, dass sie eine Schilddrüsenunterfunktion hat. Das wäre uns nie aufgefallen, würden wir die Körpersprache unsere Hunde nicht zu lesen versuchen. Denn diese zeigte eigentlich deutlich, dass etwas nicht stimmt.

    LG

    Martina mit Sasha, Nele und Amy

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  • Victor 25. September 2016, 11:14

    Vielen lieben Dank für die tollen Tipps für die Hundesprache! Macht weiter so!

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  • Kitti 25. Oktober 2016, 16:00

    Danke für diesen GAstbeitrag! Durchaus interessant. ICh werde jetzt bei meinem Lucky viel mehr auf die Körpersprache achten und versuchen diese besser zu analysieren, macht mir auch extrem viel Spaß 😀
    Insebsondere werde ich auch beim GAssi gehen mit Lucky auf die Körpersprache der anderen Hunde achten die uns über den Weg laufen.
    Werde in Zukunft diesen Blog weiter verfolgen und mehr über unsere treuen Vierbeiner lernen 🙂

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    • Tanja Häußler 27. Oktober 2016, 10:20

      Das freut mich sehr, Kitti.
      LG Tanja

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  • Andreas 21. November 2016, 20:05

    Sehr guter Beitrag.
    Ich wusste bis jetzt nicht das Hunde Körpersprache benutzen.
    Ich werde versuchen mal bei meinem Hund diese Körpersprache zu ,,lesen“ 🙂 mal gucken ob es funktioniert. Bin sehr gespannt und hoffe dadurch meinen Hund besser zu verstehen.
    Liebe Grüße Andreas

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  • Vera 30. November 2016, 05:16

    Ein sehr schöner Artikel hast du hier verfasst!
    Die Körpersprache sagt wirklich extrem viel über seinen eigenen Liebling aus. Natürlich auch über andere Hunde.

    Mit diesem Wissen, kann man in vielen Situationen wesentlich besser mit dem Hund umgehen.

    LG Vera

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  • Jonas 1. Januar 2017, 22:00

    Sehr schön geschriebener Artikel! Die Körpersprache beim Hund ist meiner Erfahrung nach gar nicht so einfach zu deuten. Oft gibt es auch recht große Unterschiede zwischen verschiedenen Hunden, sodass es schnell zu Missverständnissen kommen kann.

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  • Helene Koss 3. Januar 2017, 21:17

    Hallo Ljubica und Tanja,

    ich finde Körpersprache ist im Leben mit unseren Hunden ein super wichtiges Thema. Ich gebe euch vollkommen Recht, dass man sein eigenes Tier gut beobachten sollte um auf seine Emotionen und Bedürfnisse eingehen zu können.

    Leider ist der Beitrag nur sehr oberflächlich und kann deshalb kaum einen guten Eindruck vermitteln. Besonders der Punkt mit dem Aufreiten als Dominanzgeste ist viel zu pauschal beschrieben. Gerade Aufreiten ist in vielen Situationen ein Zeichen von Stress.

    Ich finde es immer wieder Schade, dass viele Gesten in die Dominanzschine gedrückt werden.

    Dabei ist nach wissenschafftlichen Erkentnissen mittlerweile bekannt, dass die Dominanztheorien veraltet sind.

    VG
    Helene

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