Thomas und Ina BaumannLiebe Hundefreunde,

um eine einheitliche Grundlage als Zulassungsvoraussetzung für Hundetrainer zu schaffen, haben die Behörden ein Gesetz erlassen, womit dies umgesetzt werden soll. An und für sich ein begrüßenswerter Schritt, wenn da nicht die chaotische, teilweise regelrecht desolate und willkürliche Umsetzung des § 11, Abs. 1, Nr.8 f TierschG wäre. Dies hat einige Experten dazu veranlasst, eine Arbeitsgruppe zur bundeseinheitlichen Umsetzung von §11, Abs.1, Nr.8 f TierschG, kurz die AG-BU-TierschG zu gründen.

Darin werden die desolaten Umsetzungsverfahren der unteren Behörden einer deutlichen und völlig berechtigten Kritik unterzogen.
Die Mitglieder der Arbeitsgruppe (renommierte Sachverständige, Fachbuchautoren, Hundetrainer, Wissenschaftler und Rechtsanwälte) haben diesen Schritt gewählt, um die nicht hinnehmbaren Zustände in Zulassungsverfahren auf möglichst breiter Front zu erklären.

„Personen ohne nennenswerte Referenzen prüfen erfahrene Hundetrainer mit nachgewiesenen Referenzen“

Mitinitiator Thomas Baumann dazu:

„Den Chaos-Tagen in Behörden folgen Chaos-Tage in praktischen Prüfungen!
Das dürfte es bislang nur in der Berufssparte der Hundetrainer geben: Personen ohne nennenswerte Referenzen prüfen erfahrene Hundetrainer mit nachgewiesenen Referenzen.

In vielen Prüfungskommissionen agieren Tierärzte, die kaum nennenswerte Referenzen im Training oder in der Ausbildung von Hunden haben. Trotz allgemein bekannter Kompetenzschwächen im praxisorientiertem Hundetraining entscheiden aber genau diese Personen über Qualifizierungsmerkmale von Hundetrainern, die weitaus mehr Fähigkeiten und damit Kompetenzen vorweisen als sie selbst. Kaum ein Tierarzt dürfte in der Lage sein, auch nur annähernd das Leistungsvermögen eines langjährig erfahrenen und erfolgreichen Hundetrainers zu erreichen, geschweige denn zu beurteilen.

Gefährlich ist dieses Vorgehen deshalb, weil jetzt schon zu erkennen ist, dass in sehr vielen praktischen Prüfungen eindeutig permissive (zwangfreie) Erziehungs- bzw. Trainingsstrategien regelrecht vorausgesetzt werden, um überhaupt eine Chance für eine Zulassung als Hundetrainer zu erhalten. In einem ganz bestimmten Bundesland hat es sich herumgesprochen, dass Hundetrainer deshalb durchgefallen sind, weil sie es sich erlaubt hatten, die Schleppleine am Halsband eines Hundes zu befestigen und nicht am Geschirr!

„Zahlreiche berufliche Existenzen werden nicht nur in Frage gestellt, sondern sogar bedroht und vernichtet“

Wohl kaum wird ein bislang erfolgreicher Hundetrainer ausschließlich auf einen autoritären Erziehungsstil setzen. Doch genauso wird er die ausschließlich permissive und somit zwangfreie Erziehungsstrategie ablehnen, da sie zu viele Risiken birgt. Dass eine Kombination aus kontrollierenden bzw. autoritären Mechanismen sowie sozialer Zuneigung und Fürsorge den idealen Erziehungsstil darstellt, belegt eine neuere, großangelegte Studie aus dem Uni-Klinikum in Erlangen. Diese scheint allerdings noch nicht überall wahrgenommen worden zu sein.

Seriöse Hundetrainer kämen wohl kaum auf die Idee, die fachspezifische Kompetenz von Tierärzten prüfen zu wollen. Dazu sind sie nicht in der Lage. Warum es umgekehrt möglich sein soll, entzieht sich jeglicher Nachvollziehbarkeit.
Das Traurige an der ganzen Sache ist der Umstand, dass durch die derzeitige Vorgehensweise zahlreiche berufliche Existenzen nicht nur in Frage gestellt, sondern sogar erheblich bedroht und auch vernichtet werden.

Die derzeitige Umsetzung einer gesetzlichen Vorgabe hat eine historische Bedeutung im negativen Sinn. Dazu gehört unter anderem die Tatsache, dass Personen in Prüfungskommissionen unter eigenwirtschaftlichen Aspekten teure Vorbereitungslehrgänge anbieten und anschließend als Prüfer agieren.
Das kann und darf nicht sein, doch genau das geschieht!“

Diese chaotische Umsetzung und Behördenwillkür haben die Arbeitsgruppe dazu veranlasst, einen offenen Brief an den zuständigen Bundesmninister Christian Schmidt zu verfassen, den ihr hier (klicken!) findet.

Ich finde den Einsatz dieser Gruppe aus echten Experten im Namen und im Interesse aller Hundetrainer in Deutschland sehr lobens- und unterstützenswert, weshalb ich diesen offenen Brief sehr gerne teile!

Eure Eure  und ihre Fellnasen

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Offener Brief der Arbeitsgemeinschaft §11 TierSchG an den Bundesminister Christian Schmidt
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