Hans Schlegel

Liebe Hundefreunde,

immer mehr Menschen in der Schweiz, in Deutschland und in Europa haben einen Hund, obwohl die Herausforderungen im Alltag stetig zunehmen. Die Folge sind steigende Zahlen überforderter Hundehalter und sich verschärfende Probleme mit anderen Hunde- und Nichthundehaltern. Qualifizierte Unterstützung ist dringend notwendig. Der Beruf des Hundetrainers ist somit ein Beruf mit besten Zukunftschancen geworden. Ihm fehlt jedoch ein einheitlicher Qualitätsstandard: Bis heute weist keine Ausbildung einen, wie in anderen Berufsfeldern üblich, europaweit anerkannten Abschluss auf.

Wohlgemerkt bis heute, denn ab sofort gibt es die erste europaweit anerkannte Hundefachexperten- Ausbildung, für die sich zwei Experten zusammengetan haben, nämlich

Julia Onken, Bestsellerautorin und Expertin für Persönlichkeitsentwicklung, die seit über 30 Jahren in der Erwachsenenbildung tätig ist und das „Frauenseminar Bodensee“ gegründet hat,

und

Hans Schlegel, international anerkannter und weit über die Grenzen der Schweiz hinaus als Hundeflüsterer bekannter Tier- und Hundefachmann, der seit über 30 Jahren in allen Sparten der Hundeausbildung weltweit tätig ist und insbesondere Hunde mit schwierigen Verhaltensmustern erfolgreich therapiert und resozialisiert.

Ich freue mich, dass sich Julia Onken und Hans Schlegel die Zeit genommen haben, mir ein Exklusivinterview über diese erste anerkannte Hundefachexperten- Ausbildung zu geben.

 

Frage:

Frau Onken, Sie sind international bekannt als Buchautorin, Psychologin und Referentin. 1987 haben Sie das „Frauenseminar Bodensee“  ins Leben gerufen. Sie bauten zunächst den Lehrgang der psychologischen Beraterin und der Kursleiterin auf der Basis humanistischer Grundhaltung auf. Inzwischen haben Sie aufgrund des großen Erfolgs neben zwei Sekretärinnen verschiedene Dozentinnen und Dozenten zur Unterstützung an Ihrer Seite. Ihre Tochter Maya ist zudem seit einigen Jahren ebenfalls leitend dabei. Das Kursangebot wurde beträchtlich erweitert und umfasst mittlerweile zahlreiche Lehrgänge und Weiterbildungen. Was ist das Erfolgsgeheimnis des „Frauenseminars Bodensee“ und welche Philosophie steckt dahinter?

 

Julia Onken:

Unser Grundsatz lautet: Bildung für alle Frauen, unabhängig von Schul- und Berufsabschluss, Alter und Finanzen. Dazu gehört, dass die Lehrgänge anerkannt sind, entweder staatlich und selbstverständlich europakompatibel sein müssen. Wir legen größten Wert darauf, dass unsere Ausbildungskonzepte auf eine professionelle Berufsausübung umsetzbar und anwendbar sind. Das ist das Eine, das Andere ist unser Engagement, um Lehrinhalte mit großer Freude zu vermitteln und gleichermaßen zu erleben, wie Lernen Spaß machen kann.

 

Frage:

Ihre Beteiligung an der ersten europaweit anerkannten Hundefachexperten- Ausbildung  verwundert auf den ersten Blick, schließlich verbindet man die Schwerpunkte Ihrer bisherigen Arbeit nicht unbedingt mit einer Ausbildung zum/zur Hundeerziehungsberater/in. Worauf basiert das Gesamtkonzept? Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Hans Schlegel?

 

Julia Onken:

Mein Mann und ich sind seit vielen Jahren Hundebesitzer und kennen die Schwierigkeiten, die sich ergeben, mit Hunden in der Gesellschaft einvernehmlich zu leben. Und wir kennen ebenso die Probleme, Hundefachleute zu finden, die weiterhelfen. Dabei haben wir einige sogenannte Hundetrainer kennen gelernt, die wenig Ahnung von ihrem Metier hatten. Aber wir haben erlebt, dass eine einzige Stunde bei Hans Schlegel mehr brachte, als die unzähligen Stunden angeblicher Hundeerziehung. Zudem haben wir einen Malinois vom Wolfsprung, der nach dem Schlegel-Training die Welpenschule absolvierte, und erfreuen uns täglich an seinen Manieren.

Nachdem ich vermehrt von anderen Hundebesitzern gehört habe, wie unbefriedigend der inzwischen obligatorische Durchlauf einer Hundeschule ist und darüber hinaus sich kaum Erfolge zeigen, wusste ich, dass ich mich diesbezüglich engagieren will. Zudem war es für mich von Anfang an klar: Es kommt nur eine Zusammenarbeit mit der Nr. 1 in Frage, und das ist eben Hans Schlegel.

 

Frage:

Was bedeutet das der Ausbildung  zugrundeliegende SVEB Zert. 1 für die Qualifikation des Absolventen?

 

Julia Onken:

Wer in der Schweiz Erwachsene gleich welcher Fachrichtung unterrichten will, muss sich entsprechend ausweisen können. Denn es genügt nicht, über einen Inhalt bestens informiert zu sein, man muss auch wissen, wie diese Inhalte methodisch und didaktisch vermittelt werden müssen. Das heißt, es erfordert ein Wissen über Lernformen, Lernvermittlung, Lerntypen, Kommunikation, Präsentationstechniken usw. Der Schweizer Verband für Erwachsene hat einen Lehrgang entwickelt, der diese Themenbereiche schult und mit dem SVEB Zertifikat abschließt oder bis zum Abschluss des eidgenössischen Fachausweises weitergeführt werden kann.

Das heißt also, der Lehrgang „Hundeerziehung“ umfasst zwei Themenbereiche. Einmal alles, was das Fachwissen Hund betrifft, dafür ist Hans Schlegel zuständig, zum andern, wie dieses Wissen professionell Erwachsenen vermittelt wird, dies wird vom „Frauenseminar Bodensee“ unterrichtet.

 

Frage:

In Deutschland gibt es noch die freie Wahl der Berufsbezeichnung. Deshalb kann sich hier auch jeder, ohne eine entsprechende Qualifikation nachweisen zu müssen, Hundetrainer/in nennen. In absehbarer Zeit wird das Berufsbild des Hundetrainers jedoch durch das Berufsbildungsgesetz geschützt werden.

Wenn jemand die Ausbildung  zur/ zum Hundeerziehungsberater/-in erfolgreich absolviert hat, erfüllt er dann die Voraussetzungen, um die offizielle Berufsbezeichnung Hunde- Erziehungsberater/in bzw. Hundetrainer/in weiterhin führen zu dürfen?

 

Julia Onken:

Es gibt in deutschsprachigen Ländern in der Erwachsenenbildung für Methodik und Didaktik außerhalb universitärer Studiengänge keine vergleichbaren zertifizierten Lehrgänge. Der Schweizer Verband für Erwachsene SVEB gilt als Pionier auf diesem Gebiet und genießt im europäischen Raum ein hohes Ansehen. Zudem werden mit dem SVEB Zertifikat oder dem eidgenössischen Fachausweis ECTS- Punkte vergeben, European Credit Transfer System. Dieses Punktesystem ermöglicht die Anerkennung, Transparenz und Vergleichbarkeit von Studienprogrammen und Diplomen im europäischen Lernraum.

 

Frage:

Welche Zielsetzung verfolgt die Ausbildung zum/ zur Hundeberater/in bzw. -ausbilder/in in erster Linie?

 

Hans Schlegel:

Die Ausbildung ist darauf ausgerichtet, Familienhundehaltern auf hohem Niveau Wissen zu vermitteln, welches ihnen ermöglicht, einen sozialverträglichen, überall gern gesehenen Hund an ihrer Seite zu haben.

 

Frage:

Welche Personen gehören zu eurer Zielgruppe, und welche Grundvoraussetzungen bzw. Qualifikationen müssen diese für die Ausbildung mitbringen?

 

Hans Schlegel:

Jeder, der mit „Menschen mit Hund“ zusammen arbeiten will und 150 Praxisstunden nachweist, kann diese Ausbildung machen. Wichtig dabei ist, sich bewusst zu machen, dass unser Beruf zu 80 % aus der Begleitung von Menschen besteht, damit der Hund seine 20 % konfliktfrei lernen kann. Für Menschen, die lieber mit Tieren als mit Menschen arbeiten, ist diese Ausbildung nicht geeignet.

 

Frage:

Was macht einen erfolgreichen Hundetrainer aus? Worin besteht seine Hauptaufgabe?

 

Hans Schlegel:

Hauptaufgabe ist, wie bereits gesagt, das Begleiten von Menschen, damit sie die Sprache des Hundes verstehen lernen. Ein Hundetrainer muss die Stärken des Hundehalters herausfiltern und weiter verstärken können mit dem Ziel selbstständiger Entwicklung. Dabei stellt die klare Zielformulierung den zentralen Schritt zum Erfolg dar.

Ein Hundetrainer soll zudem stets eine positive Grundstimmung ausstrahlen, ruhig und gelassen sein sowie über Beständigkeit und Beharrlichkeit als Partner verfügen und vor allem das Herzdenken umsetzen können.

 

Frage:

Worin liegt der Schwerpunkt der Ausbildung?

 

Hans Schlegel:

A und O der qualitativ hochwertigen und sehr anspruchsvollen Ausbildung ist das Wissen um das soziale Lernen und seine Anwendung in einer methodisch-didaktischen Form der Hundeausbildung. Die moderne Kynologie steht diesbezüglich noch sehr am Anfang.

 

Frage:

Was ist das Besondere an dieser Form der Ausbildung, und worin liegt der entscheidende Unterschied zu anderen Ausbildungen in diesem Bereich?

 

Julia Onken:

Das Besondere an dieser Ausbildung liegt zweifellos darin, dass sich hier die auf ihrem Gebiet führenden und seit Jahrzehnten erfolgreichen Institutionen zusammen gefunden haben. Aufgrund der langjährigen Erfahrung ist die Gewähr für eine seriöse Ausbildung gegeben, die als Grundlage für die eigenen professionellen Umsätze dient.

Zudem ist dieser Lehrgang der erste in der Schweiz, der mit dem Titel des „Ausbilder mit eidgenössischem Fachausweis“ abschließen kann.

 

Hans Schlegel:

Im kynologischen Bereich überzeugt die Ausbildung, weil sie sich auf das Wesentliche in der Hundeerziehung konzentriert und somit den Bedürfnissen einer ehrlichen und echten Mensch-Hund-Beziehung gerecht wird. Jeder Teilnehmer erhält Resultate „zum Anfassen“, und der Erfolg macht nicht nur beim Ausbilden Spaß, sondern schenkt potenziellen Kunden auch ein Stückchen Lebensqualität.

 

Frage:

Wie lange dauert diese Ausbildung, und wie ist sie zeitlich aufgegliedert? Kann sie auch nebenberuflich absolviert werden?

 

Julia Onken:

Die Ausbildung ist berufsbegleitend. Der Bereich Ausbilder SVEB Zert. 1 umfasst 14 Kurstage, verteilt auf ca. vier bis sechs Monate. Der Bereich Schlegel-Training umfasst 22 Kurstage für den Bereich schlegeltraining® Hunde-Erziehungsberater/in,  Ausbilder/in  SVEB Zert. 1.

Für den eidgenössischen Fachausweis sind es nochmals 21 Kurstage. Der Bereich Schlegel-Training umfasst weitere 28 Kurstage plus ein zweiwöchiges Praktikum bis zum schlegeltraining®-Hundefachexperte/Expertin, Ausbilder/in mit eidgenössischem Fachausweis.

 

Frage:

Wo findet die Ausbildung statt? Kann diese Ausbildung – mit Ausnahme der Praxiseinheiten – auch als Fernstudium absolviert werden?

 

Julia Onken:

Der Bereich Ausbildung SVEB Zertifikat findet nach Wahl in Uster oder Romanshorn statt. Fernstudium ist nicht möglich, da alle Lehrinhalte in die Praxis umgesetzt und eingeübt werden.

 

Hans Schlegel:

Der kynologische Teil findet in Gansingen/Schweiz statt. Wir denken momentan über einen weiteren Standort in Deutschland für die Wochenendkurse nach. Da der große Praxisanteil mit dem eigenen Hund erarbeitet wird und einen hohen Stellenwert einnimmt, ist es nicht möglich, die Ausbildung als Fernstudium anzubieten.

 

Frage:

Wo finden interessierte Teilnehmer Informationen zu den Ausbildungskosten? Kann auch Ratenzahlung vereinbart werden?

 

Julia Onken:

Ratenzahlung ist selbstverständlich möglich. Finanzierungshilfe über unseren Bildungsfonds ist möglich. Weitere Infos finden Sie unter www.frauenseminar-bodensee.ch

 

Hans Schlegel:

Nach der ersten Grundausbildung ist Ratenzahlung möglich. Weitere Infos finden Sie unter www.schlegeltraining.ch

 

Frage:

Wer nimmt die Prüfung ab? Fallen noch zusätzliche Kosten in Form einer Prüfungsgebühr an?

 

Julia Onken:

Die Prüfungen werden von Hans Schlegel, Julia Onken, Maya Onken und verschiedenen Fachexperten aus Kynologie, Recht und Veterinärmedizin abgenommen. Es entstehen keine zusätzlichen Kosten.

 

Frage:

Muss, wer durch die Prüfung fällt, die gesamte Ausbildung wiederholen, oder reicht es, sich zum nächsten Prüfungstermin erneut anzumelden?

 

Julia Onken:

Nein, die Ausbildung muss nicht gesamt wiederholt werden, lediglich diejenigen Themenbereiche, die ungenügend ausgefallen sind.

 

Hans Schlegel:

Jeder Teil der kynologischen Prüfung, der nicht mit 70 % bestanden wird, muss wiederholt werden.

 

Frage:

Welche Möglichkeiten zur Weiterbildung gibt es? Können, auf dieser Grundausbildung aufbauend, zusätzliche Qualifikationen, zum Beispiel für die Arbeit mit Problemhunden, erworben werden?

 

Hans Schlegel:

Es gibt im therapeutischen Bereich eine Zusatzausbildung. Da der Umgang mit Problemhunden jedoch viel Erfahrung voraussetzt, kann diese Ausbildung erst nach erfolgreichem Abschluss als Ausbilder/in mit eidgenössischem Fachausweis und zwei Jahren Praxis begonnen werden.

Jährlich gibt es darüber hinaus regelmäßig im Winter eine sogenannte Up-Date-Woche für Weiterbildungen und fachlichen Austausch.

 

Liebe Frau Onken, lieber Hans, ich bedanke mich für dieses aussagekräftige Interview. Ich finde den Ansatz sehr spannend und auch absolut richtig, dass in erster Linie der Mensch nachhaltig  gefördert wird, damit unsere Hunde entspannter das Wesentliche lernen können. So wird natürlich viel weniger am Hund manipuliert, weil die Kernpunkte in der Zusammenarbeit mit dem Menschen im Vordergrund gelöst werden. Ich wünsche euch mit diesem revolutionären Ansatz viel Erfolg- vor allem im Interesse der Hunde.

Ich hoffe, meinen Lesern hat dieses Interview genauso viel Spaß gemacht, wie mir.

Eure Tanja

copyright: Tanja Häußler- www.tanjas-hundeblog.info

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  • Jutta Schmid 6. Juli 2012, 21:22

    Danke Tanja für deine Bemühungen um das Interview!

    Sehr geehrte Frau Onken, lieber Hans
    ich wünsche einen guten Start und viel Erfolg mit der Hundefachexperten Ausbildung.

    Herzliche Grüße
    Jutta

    Reply

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