Homöopathie als Alternative?

Jutta mit ihren Bären

Liebe Hundefreunde,

immer mehr Hundehalter wollen nicht nur für sich, sondern auch für ihren Hund alternative, schonende Heilmethoden bei Krankheiten anwenden. So wenig pharmazeutische Medikamente wie möglich, lautet das Motto. Übrigens auch bei mir.

Die Homöopathie ist so eine alternative Heilmethode, die auch bei Hunden immer beliebter wird. Ich danke Jutta Schmid vom Hundezentrum Ulm für diesen sehr aufschlussreichen Artikel zu diesem Thema. Viel Spaß beim Lesen!

Eure Tanja

Jutta mit ihren Bären

Homöopathie als Alternative?

Homöopathie wurde als alternative oder alleinige  Heilmethode für Hunde bei Hundehaltern  die letzten Jahre immer beliebter, weil sie bei vielen Krankheitsbildern nicht nur Hilfe verspricht, sondern auch tatsächlich Hilfe geben kann. Bei richtiger Anwendung sogar ohne Nebenwirkungen.

Homöopathie erscheint dem Laien auf den ersten Blick wie ein Buch mit 7 Siegeln.  Das sollte allerdings denjenigen, der sich hilfesuchend an einen Homöopathen wendet, nicht daran hindern,  sich vor dem ersten Besuch selber  mit den Grundsätzen der Homöopathie auseinander zu setzen.

Denn würden das alle Interessierten tun, kämen nicht so viele Hundehalter auf die Idee,  einfach mal so auf Empfehlungen von anderen Hundehaltern irgendwelche homöopathischen Mittel für irgendeine Erkrankung ihres Hundes zu holen und anzuwenden.

Denn bei der Homöopathie  für Hunde spielt für die richtige Wahl der Substanz, neben der Erkrankung oder der funktionellen Störung,  auch der Konstitutionstyp  (Verfassungstyp/ gesamter Gesundheitszustand) des einzelnen Hundes eine wichtige Rolle.  Ein Homöopath hinterfragt,  neben den offensichtlichen Symptomen,  in aller Gründlichkeit den Verfassungszustand  des Hundes  vor  der Wahl einer Substanz.  Nur die richtige Wahl in der richtigen Potenz und Dosierung versprechen  Hilfe und den erhofften Erfolg.

 

Wie  „funktioniert“ Homöopathie?

Homöopathie behandelt nicht die Symptome, sondern hilft, die sich im Ungleichgewicht befindlichen Selbstheilungskräfte, die beim Hund genauso wie beim Menschen vorhanden sind, zu aktivieren.  Sofern es sich um Krankheiten handelt, bei denen eine  grundsätzliche Selbstheilung möglich ist.

Unser Körper versucht ständig über „interne Regulatoren“  das, was in uns nicht in Ordnung ist, wieder in Ordnung zu bringen. Manchmal  gelingt ihm das gut,  manchmal nicht so gut- manchmal aber auch gar nicht.

Erfahrene und vor allem ehrliche Tierhomöopathen  sagen  betroffenen Hundehaltern, ob Homöopathie  bei bestimmten Erkrankungen eher als begleitende Maßnahme zur Schulmedizin, oder als alleinige Heilmethode angewendet werden soll/kann oder eben nicht.

Homöopathie basiert auf drei Grundprinzipien:

1. Prinzip der Arzneimittelprüfung am Gesunden (AMP)

2. Ähnlichkeitsprinzip

3. Dosierung

Bei der AMP wird festgestellt, was für Empfindungen und funktionelle Störungen (Symptome) die Einnahme einer bestimmten Substanz  beim  Gesunden hervorruft.  Das Ergebnis wird genauestens protokolliert und als Arzneimittelbild erfasst.

Die festgestellten Empfindungen und  Störungen, also Symptome,  sind nach dem Ähnlichkeitsprinzip, bei analoger Symptomatik,  ein Indiz für die Gabe dieser  bestimmten Substanz an den Kranken.

Die Gabe der Substanz  wird in Potenz und Dosierung festgelegt. Die beiden wichtigsten Potenzen (Verdünnungen) sind:

Potenz D oder Potenz C

Decimal ist die Verdünnung 1:10

Centesimal ist die Verdünnung 1:100

Darreichungsformen:  Globoli, Pulver,  Tropfen oder Tabletten

Die Dosierung  muss vom Homöopathen festgelegt werden.

Ist die richtige Substanz gewählt,  verschlimmern sich  die Beschwerden nach der Einnahme oft,  als Erstreaktion auf diese Substanz.  Man spricht hierbei von einer  Erstverschlimmerung,  was bedeutet:  die Substanz  schlägt an und der Körper beginnt, sich gegen die Erkrankung zu wehren.

Mein persönliches Highlight mit der Homöopathie erlebte ich  bei den Gelenkerkrankungen (Arthrosen, HD) meines Golden Retrievers.  Zunächst wurde das Krankheitsbild schulmedizinisch abgeklärt und medikamentös auf die Symptomatik (Schmerzen durch Entzündungen) behandelt.

Parallel dazu wurden  pflanzliche Zusätze zur Unterstützung  der  Gelenke  gefüttert. Besserung trat allerdings nur geringfügig und für kurze Zeit ein.  Daraufhin ließ ich meinen Hund  homöopathisch behandeln. Die richtigen Mittel gewählt, lebte er nach den ersten Gaben  regelrecht auf.  Anfangs tageweise, später wochenweise,  bewegte er sich so problemlos wie Jahre  zuvor.

Über einen Zeitraum von etwa 3 Jahren half ihm die Behandlung gut bis sehr gut.  Die Gelenke wurden nicht gesund, die Homöopathie hat aber zum einen das Immunsystem gestärkt und-  durch das Anregen der Selbstheilungskräfte  im Organismus-  für  entsprechende Linderung gesorgt.

Ob Gelenkerkrankung,  Erkältung,  Durchfall,  Allergien, Hauterkrankung oder auch  postoperative Prozesse: ein Besuch beim Homöopathen kann helfen.  Zudem  gibt es bereits viele Tierärzte, die sich zusätzlich auf Homöopathie spezialisiert haben. Das hat den Vorteil, dass Sie mit Ihrem Hund in doppelter Hinsicht gut versorgt sind.

Intensivmedizinisch kann Homöopathie keine  Behandlung ersetzen. Weshalb ein Homöopath die Grenzen der Homöopathie  nicht nur kennen, sondern  diese Grenzen auch aufzeigen muss.

Bei aller Sympathie zu „natürlichen Heilmethoden“  dürfen Sie  die schulmedizinische Versorgung des Hundes nicht außer Acht lassen.  Der Verzicht auf eine schulmedizinische Versorgung kann je nach Bedarfsfall lebensgefährlich sein!

Herzliche Grüße

Jutta Schmid, Hundezentrum Ulm

© Jutta Schmid, www.hundezentrum-ulm.com

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Homöopathie als Alternative?

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  • Galle 20. Oktober 2012, 12:13

    Hallo,

    danke für den tollen Artikel. Ich habe das mit der Homöopathie lange für ziemlichen Blödsinn gehalten. Bis meine Frau unserem sehr, sehr ängstlichen Hund Bachblüten zur Stärkung des Selbstbewusstseins gegeben hat. Ich hab da nur spöttisch gegrinst. Nun ja – das ist mir recht schnell vergangen, bzw. es ist nach ein paar Wochen in ein erstauntes, aber glückliches Lächeln übergegangen. Es hat tatsächlich geholfen. Gut, er wird nie der superstarke Macker-Hund werden, aber das will ich ja auch gar nicht. Hauptsache er hat im Alltag keine Angst mehr. Und das ist toll. Seit dem stehe ich der Homöopathie recht offen gegenüber. Aller glaube ich immer noch nicht, aber wie Du schon geschrieben hast: eine gute Mischung aus Naturheilmethoden und Schulmedizin ist vermutlich der Schlüssel.

    Viele Grüße

    Reply
  • Gesund mit Bachblüten 8. November 2012, 10:33

    Hallo, super Artikel. Ich schwöre auf die Wirkung der Bachblüten. LG Angelika

    Reply
  • Tanja 14. Januar 2013, 10:39

    Ich bin froh einen tollen Tierheilpraktiker für meinen Hund gefunden zu haben. Und die Kombination aus tieräztlicher Versorgung und der Homoöpathie zeigt bereits seine ersten kleinen Erfolge.

    Reply
  • Nikki 16. Januar 2013, 17:45

    Sehr guter Artikel, herzlichen Danlk.
    Ich beschäftige mich schon seit einiger Zeit mit dem Thema und plane auch, mich in nächster Zeit nach einem Tierheilpraktiker in meiner Nähe umzuschauen. Aber gerade erst habe ich angefangen zu barfen und ich will nicht, dass die ganzen Umstellungen meine Kleine vollkommen durcheinander bringen. Trotzdem hat mich dein Artikel bestärkt, für kleine Wehwechen ab und zu auf den Tierarzt zu verzichten und mich, allerdings nur ergänzend, mal bei einem Heilpraktiker zu melden.

    Reply
  • HundeFrÄulein 2. Mai 2014, 10:54

    Hallo,
    ein wirklich sehr schöner Artikel. Homöopathie ist definitiv die beste Möglichkeit unseren Tieren (bei kleinen Problemchen) selbst zu helfen und ihnen den stressigen Weg und die Wartezeit beim Tierarzt zu ersparen. Ich behandle all meine Tiere (Hund, Hasen, Hühner und Kühe) mit Globuli und Schüssler Salzen und kann es ehrlich gesagt nicht verstehen, warum es sich die Tierärzte so leicht machen und gleich die Spritze oder das Skalpell ansetzen wo es überhaupt nicht notwendig ist… Leider kenne ich zu viele solcher Beispiele. Daher finde ich es gut, dass sich immer mehr Tierhalter selbst informieren bzw. schulen lassen.
    Weiter so 🙂
    Bin gerade dabei meinen ersten kleinen Blog zu gestalten. Schaut doch mal vorbei – würde mich freuen 🙂

    Liebe Grüße
    Euer HundeFrÄulein

    Reply
    • Tanja Häußler 2. Mai 2014, 11:16

      Vielen Dank für das Lob, gerne schaue ich mal auf Deinem Blog vorbei und wünsche Dir viel Erfolg damit.
      Tanja und die Fellmonster

      Reply
  • Elke Werner 25. Juli 2014, 11:27

    Hallo, prima Artikel!
    Ist für mich der Anstoß, mit meiner alten Elohündin doch mal einen Tierheilpraktiker zu besuchen. Sie hat Gelenkprobleme, bei denen der TA ratlos ist, Schmerzmittel helfen kaum und es kommen noch andere schwer zu erklärende Symptome dazu, bei deren Bewältigung ich der Schulmedizin nicht so recht traue. Und das mit einer (grade gewordenen) TA-Tochter ;-)…
    Vielen Dank!

    Reply
  • Nicole 27. September 2016, 16:35

    Liebe Jutta,

    das ist wirklich ein ganz toller Artikel über Homoöpathie bei Hunden! Wir haben auf unserer Seite mal ein paar Verhaltensweisen zusammengefasst und unser animierter Hund Charlie zeigt was ihn in ängstlichen Situationen noch alles glücklich macht. Vielleicht hast Du ja Lust mal vorbei zu schauen:

    https://www.bach-blueten-portal.de/bachblueten-blog/verhalten/hund/

    Viel Erfolg weiterhin und liebe Grüße

    Nicole

    Reply

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